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Trüber Himmel über dem Bend, aber keine trüben Gesichter

Von: Martina Stöhr
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Das Wetter ist nicht optimal für einen Rundgang über den Bend: Die Schausteller sind aber guter Hoffnung, dass sich die Laune bessert. Foto: Ralf Roeger
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Hans-Günther Auras wartet auf Fahrgäste (l.). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Schlechtes Wetter scheint es für die Schausteller auf dem Bend nicht zu geben, denn auch wenn es an diesem ersten Samstag des Sommerbends regnet, lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. „Das bleibt doch nicht so“, meint Angela Perleberg, die an ihrem Getränkestand auf Kunden wartet.

Sie vertraut auf besseres Wetter und nimmt den Regen genauso gelassen wie Peter Loosen, Mitglied im Deutschen Schaustellerbund. Loosen nutzt die Zeit für Reparaturarbeiten und wird sich ganz sicher „vom schlechten Wetter nicht die gute Laune verderben lassen“, wie er selber sagt. Und die Besucher, die sich trotz des Regens auf den Bend gewagt haben, sehen das wohl ebenso.

Der 22-jährige Student Jan Schaffrath hat seine 13-jährige Schwester Dorothea zu einem Rundgang über den Bend und zu einer Karussellfahrt eingeladen. „Zu mehr reicht das Geld nicht“, sagt er. Dorothea hat sich die XXL Riesenschaukel ausgesucht und ist nach der Fahrt ebenso begeistert wie ihr Bruder. Dass es regnet, finden die beiden zwar nicht so schön, aber den Spaß an ihrer Karussellfahrt lassen sie sich dadurch nicht verderben.

In unmittelbarer Nähe wartet Schausteller Hans-Günther Auras auf Besucher. Sein Karussell soll die Kleinsten erfreuen. Ein Feuerwehrauto, Pferde oder auch Goofy als Wagon laden sie dazu ein, ihre Runden zu drehen. Doch mangels kleiner Fahrgäste steht das Fahrgeschäft still. Auras zeigt sich optimistisch. „Das wird schon“, meint auch er.

Während die Karussells für Erwachsene immer schneller, höher und spektakulärer werden, freut er sich, dass er bei seinem Kinderkarussell bleiben kann. Das Schöne dabei sei, dass er die Kinder immer im Blick habe und die Fahrt bremsen könne, wenn das notwendig sei. Sein jüngster Passagier war demnach gerade mal dreieinhalb Monate alt, und da habe er ganz genau aufgepasst, ob das gut geht, sagt er. Aber auch zehn- bis zwölfjährige Kinder hätten manchmal noch Spaß an der Fahrt im Feuerwehrauto oder auf einem Pferd. „Und das ist völlig in Ordnung“, meint er.

Andere mögen es wilder und spektakulärer. Eine Fahrt im K-Racer mag da genau das Richtige sein. Ein einziger Wagen wird gerade in die Höhe gezogen, bevor es dann in rasanter Fahrt in die Tiefe geht. Vater und Tochter haben die Fahrt in der Mini-Achterbahn gewagt, auch wenn sie die einzigen auf der Strecke sind.

Vorteil: Keine Warteschlangen

Das ist überhaupt der Vorteil an diesem Tag. Nirgends gibt es Warteschlangen, überall kommen die Besucher gleich zum Zuge. Auch das Kettenkarussell setzt sich mit nur zwei Fahrgästen in Bewegung, und bei der Wasserbahn fahren die Gondeln sogar leer. Und wer die Nässe scheut, der kann dem „Krumm- und Schief-Bau“ einen Besuch abstatten. Der fünfjährige Lennart hat das gerade getan und findet das ganz prima.

„Das Rutschen hat Spaß gemacht“, sagt er und auch die „Drehscheibe“ sei toll. Die Baustelle sucht Schwarzarbeiter, erlaubt Kindern ganz ausdrücklich das Betreten (Eltern zahlen für ihre Kinder) und auf dem Kran wird ein Bierkasten von der einen Seite zur anderen geschwenkt. Lennart hat die Jux-Baustelle mit löchriger Regenrinne so richtig gut gefallen, zumal er innen drin auf Anhieb den richtigen Weg nach draußen gefunden hat.

Neben den Karussells, darunter wieder viele Neuheiten, laden zahlreiche Stände und Buden zum Verweilen ein. Viel los ist da allerdings nicht, und so lässt auch Angela Perleberg ihren Blick weiterhin verträumt in die Ferne schweifen. „Gestern war es eigentlich ganz gut“, sagt sie über die Eröffnung des Sommerbends. Ebenso wie die anderen Schausteller schaut sie mit Optimismus auf die kommenden Tage. „Das wird schon“, ist auch sie überzeugt.

Der Bend ist bis zum 21. August täglich ab 14 Uhr geöffnet. Den ersten Bend gab es vor ziemlich genau 90 Jahren: Er begann am 11. August 1927.

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