Aachen - Trotz Erfolgen: Am Jahresende ist bei Philips Schluss

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Trotz Erfolgen: Am Jahresende ist bei Philips Schluss

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Gekämpft wurde monatelang, hart wurde verhandelt und immer wieder in der Weißhausstraße demonstriert. Der Betriebsrat der Philips-Forschungslaboratorien hat auch einige Teilerfolge erzielt, dennoch bleibt es dabei, dass der Betrieb der Philips Technologie GmbH am Jahresende geschlossen wird.

Der Forschungsvorstand des Weltkonzerns hatte die Schließung der Aachener Laboratorien im Oktober 2009 bekanntgegeben. Betriebsrat und IG Metall hatten sich sofort gegen die Entscheidung ausgesprochen und auch Teile der Öffentlichkeit mobilisiert.

BR-Vorsitzender Dr. Georg Gärtner zu den „Nachrichten”: „Wir sind über die Entwicklung weiterhin nicht erfreut und halten sie nicht für richtig, schließlich haben wir in Aachen viele Basisinnovationen auf den Weg gebracht.” Damit sei der Forschungsstandort Aachen ein wichtiger Bestandteil von Philips gewesen. Dennoch sollen jetzt die meisten Forschungsaktivitäten nach Eindhoven verlagert werden.

Der Betriebsrat hatte, wie berichtet, unter Hinzuziehung eines Beratungsinstituts ein Gegenkonzept erarbeitet, das vergleichbare Einsparungen ermöglichen und dennoch die Aachener Niederlassung komplett erhalten sollte. Dieses Konzept ist zwar von der Geschäftsleitung abgelehnt worden, doch hat man sich am Ende auf einen Kompromiss verständigt, in dem zumindest Teile des Gegenkonzepts übernommen wurden.

Die ursprünglichen Pläne der Chefetage hätten nämlich bedeutet, dass 70 Mitarbeiter aus den technischen und administrativen Abteilungen mit Entlassungen rechnen mussten, die übrigen sollten nach Eindhoven gehen. So wird es nicht kommen, weil der Betriebsrat die negativen Folgen für die Beschäftigen verringern konnten.

So haben von den 70 Mitarbeitern der Infrastruktur bereits zwei Drittel eine neue Beschäftigung gefunden oder in Aussicht, teilweise im Werk in Rothe Erde. Vereinbart wurde auch eine Transferagentur und eine Transfergesellschaft, um auch das restliche Drittel in Lohn und Brot zu bringen.

Ein weiterer Teilerfolg ist für den Vorsitzenden Dr. Gärtner, dass für „Mitarbeiter in Altersteilzeit oder Kollegen, die 58 Jahre oder älter sind, sozialverträgliche Lösungen gefunden wurden, die die Überbrückung bis zum Rentenalter sicherstellen”. Die in Aachen verbleibenden Aktivitäten gehen mit dem Bereich Inkubatoren ab 1. Juli dieses Jahres in den neuen Betrieb „Innovative Technologies Aachen” unter neuer Leitung über. Dazu gehören dauerhaft die Oled-Forschung (Organische Leuchtdioden) und einige Aktivitäten in der klinischen Forschung, dazu einige national geförderte Projekte bis zum Ablauf der Förderdauer. Dieser neue Betrieb wird zu Beginn etwa 90 Mitarbeiter umfassen.

Neuer Arbeitsplatz

Alle anderen Forschungsprojekte sollen ab September umziehen, den 160 Forschern werden neue Verträge für Eindhoven angeboten. Gärtner bezweifelt allerdings, dass so viele Kollegen von diesem Angebot Gebrauch machen, wie die Geschäftsleitung das erwartet: „Viele suchen einen neuen Arbeitsplatz in Deutschland.”

Erreicht hat der Betriebsrat in Verhandlungen auch, dass kein Mitarbeiter vor Jahresende entlassen wird, auch wenn die Kündigungsfrist vorher ausläuft.

Dennoch bedauere der Betriebsrat, so Gärtner weiter, dass „ein sehr erfolgreiches Forschungslabor geschlossen wird”. Die Arbeitnehmervertretung hoffe, dass die übrigen Kolleginnen und Kollegen der Infrastruktur eine neue Beschäftigung finden: „Er wünscht dem Betrieb Innovative Technologies Aachen´ einen erfolgreichen Start und neue Perspektiven später auf dem RWTH-Campus.”

Eine gute Zukunft wünscht der BR auch den Mitarbeitern, die zu Philips Research Eindhoven oder einem anderen Arbeitgeber wechseln.
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