Trost und Begleitung während der Zeit der Trauer

Von: Anke Hinrichs
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Sechs Frauen, die Hilfestellung in schweren Zeiten geben: Das Trauercafé ist Anlaufstelle für Menschen aller Altersgruppen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Wenn ein Angehöriger stirbt, sind die Hinterbliebenen in vielen Fällen zunächst wie gelähmt, die Welt scheint still zu stehen - ohne Zukunft, dafür aber mit umso mehr Vergangenheit. Häufig fehlen die Worte, um den Verlust ausdrücken zu können, die Welt wird eindimensional, grau, ohne Aussicht auf Veränderung.

Dem neu gegründeten Trauercafé „Tabitha” in der Pontstraße sind Menschen in dieser Situation ein Anliegen.

Am Samstag, 22. Januar, öffnet das Café, dessen Name auf die Trauerbegleiterin Tabitha aus dem Neuen Testament zurückgeht, zum ersten Mal seine Pforten für Hinterbliebene, die den Wunsch nach Austausch mit anderen Betroffenen in einem offenen Gesprächskreis haben. „Das Thema Trauer ist immer noch ein Tabuthema, viele bleiben mit ihrer Trauer allein und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen”, sagt Maria Pirch, Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin der Pfarre Franziska von Aachen. Gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst startet die Pfarre nach „diesseits”, dem Trauerangebot für Kinder und Jugendliche, nun ein weiteres Co-Projekt im Herzen der Stadt.

Dass das Café mitten in Aachens Partymeile liegt, wertet Adelheid Schönhofer-Iyassu, Hospiz- und Trauerbeauftragte des Malteser Hilfsdiensts, gerade als positiv: „Wir sind hier günstig gelegen, offen für alle Altersgruppen, und wenn sich die Leute nach der Gesprächsrunde noch weiter austauschen möchten, können sie direkt gegenüber einen Kaffee trinken gehen.”

So wie bei Schönhofer-Iyassu und Pirch steht auch bei Gisela Meurer und Marita Wiemers die Trauerbegleitung an erster Stelle. Die beiden für diesen Bereich eigens ausgebildeten Frauen werden mit ihren Kolleginnen die zweistündige Gesprächsrunde in der Pontstraße betreuen.

Dabei haben sie sich ein Programm zurechtgelegt, das auf den Erfahrungen ihrer bisherigen Arbeit mit Trauernden fußt: „Uns ist ein gemeinsames Essen wichtig, denn vielen kommt gerade das abhanden, weil es schwer fällt, für sich zu sorgen”, weiß Gisela Meurer und denkt dabei an ein Kaffeetrinken mit selbst gebackenem Kuchen: „Da findet erst einmal ein ungezwungener Austausch statt, danach eröffnen wir die Gesprächsrunde.”

Nicht nur Trauerbegleitung wollen die vier Frauen leisten, auch als Infothek für Freizeitangebote und Ideengeber wollen sie die Runde verstanden wissen, in der alle Altersgruppen, Männer und Frauen, gleich welcher Religionszugehörigkeit, willkommen sind. Die Diözesanleiterin der Malteser Diözese Aachen, Elisabeth Gräfin Vitzthum, ist fest vom Erfolg des Trauercafés in der Pontstraße überzeugt, denn in einer Stadt von der Größe Aachens seien doch viele Trauernde sehr einsam: „Wir sind eine urbane Institution, und wir wollen die Trauernden ein Stück begleiten, auf dem neuen Weg in ein neues Leben.”

Helfer gesucht

Das Trauercafé „Tabitha”, Pontstraße 150, ist ab Samstag, 22. Januar, jeden vierten Samstag im Monat von 15 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Für Informationen stehen Adelheid Schönhofer-Iyassu unter 0241/9670166 und Maria Pirch 0241/41310226 zur Verfügung. Gesucht werden noch Männer für die ehrenamtliche Arbeit als Trauerbegleiter.

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