Triclinium-Mosaik hat jetzt seinen Platz

Von: Martina Stöhr
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Das Triclinium-Mosaik hat jetzt seinen Platz im Centre Charlemagne gefunden, sehr zur Freude von Myriam Kroll, der Leiterin des Ausstellungsbüros. Foto: Harald Krömer

Aachen. In der Mitte sitzt Petrus mit einem Heiligenschein und reicht Papst Leo III. das Pallium (das päpstliche Herrschaftsabzeichen), und Karl dem Großen gibt er die Fahne Roms. Das 1,50 Meter mal 1,10 Meter große Triclinium-Mosaik wurde jetzt als eines der zentralen Ausstellungsstücke im Centre Charlemagne am Katschhof an seinen Platz gebracht.

„In der überdimensionalen Vitrine werden später unter dem Mosaik die Krone der Lombarden und Schachfiguren aus der Karolingerzeit zu sehen sein“, sagt Myriam Kroll, Leiterin des Ausstellungsbüros.

Das Triclinium-Mosaik befand sich einst im römischen Lateranpalast und zwar vermutlich im päpstlichen Speisesaal. Darauf deutet der Name „Triclinium“, auf Deutsch „Speisezimmer“, hin. Das Mosaik ist wohl um das Jahr 800 herum entstanden. Das heutige Mosaik ist eine Rekonstruktion aus dem 17. Jahrhundert.

In mühseliger Kleinarbeit haben Klaus-Peter und Anne Dyroff in ihrem Atelier in Sachsen an einer Rekonstruktion des Mosaiks für die Ausstellung im Centre Charlemagne gearbeitet. Wie viele Steine sie dabei verarbeitet haben, wissen sie ebenso wenig wie die Anzahl der Stunden, die sie über dem Mosaik verbracht haben.

„Angefangen haben wir letztes Jahr im September, aber wir haben nebenbei auch immer wieder an anderen Aufträgen gearbeitet“, erzählt Anne Dyroff. Das Material bekamen sie und ihr Mann aus Italien. Die zwischen vier und viereinhalb Millimeter großen Glassteine sind zum Teil mit 24-karätigem Blattgold belegt. Und Gold ist schließlich auch das, was den Gesamteindruck des Mosaiks ausmacht. Insgesamt eine prächtige Darstellung von Petrus, Papst Leo III. und Karl dem Großen. „So hat Leo sich und Karl gesehen“, meint Dr. Werner Tschacher, der für die Ausstellung verantwortlich zeichnet. Karl der Große erscheine durch die Fahne, die Petrus ihm überreiche, als der Beschützer Roms. Aller Wahrscheinlichkeit nach sei das noch vor seiner Krönung zum Kaiser gewesen. Und Leo selbst sei als Papst durch die Übergabe des Palliums durch Petrus legitimiert.

Modell der Kaiserpfalz

In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Mosaik soll später ein Modell der Kaiserpfalz stehen. Doch bis dahin braucht es noch eine Weile. Das Mosaik ist eines der ersten Ausstellungsstücke im Centre Charlemagne, dem neuen Stadtmuseum. Am 19. Juni öffnet es seine Pforten gleichzeitig mit den großen Karls­ausstellungen, ab dem 20. Juni ist es für Besucher geöffnet.

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