Trianel zieht es an den neuen Tivoli

Von: Werner Breuer
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Rechts ist die Krefelder StraÀ
Rechts ist die Krefelder Straße zu sehen, ganz links ein kleines Stückchen vom großen Tivoli: In direkter Nachbarschaft des Stadions will sich die Trianel GmbH niederlassen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Alemannia bekommt womöglich einen „unsportlichen” Nachbarn. Während nördlich des neuen Tivoli der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) ebenfalls in der Branche der Leibesübungen aktiv ist, wird an der Südseite künftig wohl allenfalls Rückengymnastik im Bürostuhl betrieben.

Die Energiehandelsgesellschaft Trianel will sich dort niederlassen, weil am bisherigen Firmensitz an der Lombardenstraße allmählich der Platz knapp wird.

Das Unternehmen, 1999 mit maßgeblicher Geburtshilfe der Stawag zur Welt gekommen, beschafft und handelt für Stadtwerke Strom und Gas ­ und wächst beharrlich. Bei der Suche nach einem passenden Standort wurde man jetzt an der Krefelder Straße fündig. Nach diversen Gesprächen über mehrere Wochen, an denen auf städtischer Seite Oberbürgermeister Marcel Philipp federführend wirkte, wird jetzt ein etwa 6000 Quadratmeter großes städtisches Grundstück direkt neben dem Stadion ins Visier genommen.

Das Areal soll nach Mitteilung des städtischen Presseamtes der Trianel zunächst bis zum 31. Dezember „an die Hand” gegeben werden. Die Fläche sei damit reserviert, erklärt Stadt-Pressesprecher Hans Poth, „wir verkaufen es solange an keinen anderen”. Kaufen soll es die Trianel dann später, zunächst aber kann das Unternehmen in der Nähe des Sportparks Soers schon mal planen.

„Wir haben von Anfang an einen Standort im Stadtgebiet favorisiert”, sagt Sven Becker, der Sprecher der Trianel-Geschäftsführung. Sein Geschäftsführer-Kollege Dr. Jörg Vogt schätzt am auserkorenen Standort ganz pragmatisch die Nähe „zur Autobahn, zur Innenstadt und zur Stawag, mit der die Trianel vielfältig verbunden ist”. Becker sieht zudem noch den Wohlfühl-Faktor: „Wir fühlen uns in der Stadt gut aufgehoben und freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.”

Umgekehrt läuft es auch gut: OB Philipp freut sich über das Bekenntnis zum Standort Aachen und schätzt die Trianel als „wichtigen Arbeitgeber, der die Zahl seiner Arbeitsplätze in den kommenden Jahren von zurzeit 200 auf 400 erhöhen wird”. Und er glaubt, dass „abschließend zu klärende Detailfragen” einvernehmlich zu klären seien.

Geklärt werden müsste vor allem die Frage des Bebauungsplans. Der sieht derzeit laut Presseamt „stadionbezogene beziehungsweise sportnahe Nutzungen” vor, für die Trianel müsste ein Gewerbegebiet für den Bau von Büro- und Verwaltungsgebäuden festgesetzt werden. Nach Auskunft von Hans Poth würde eine Änderung aber nur das Trianel-Areal betreffen und nicht etwa dazu führen, dass der neue Tivoli von Gewerbebetrieben umzingelt würde. Stadt und Trianel wünschen sich an der Krefelder Straße „hochwertige Architektur”.

Über das nötige Kleingeld sollte die Energiehandelsfirma eigentlich verfügen: Mit einem Umsatz von 3,13 Milliarden Euro im Jahr 2009 ist sie laut Presseamt das umsatzstärkste Unternehmen der Städteregion. Die Trianel hat Gesellschafter und Netzpartner nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz. Es gibt eine Benelux-Zentrale in Maastricht, aber der Hauptsitz ist Aachen. Und bleibt es wohl auch - ­ wenn der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss am 28. Juni abschließend die „Anhandgabe” beschließen sollte.

Die Nachbarn sind jetzt schon angetan. „Die Alemannia begrüßt die Pläne der Stadt, das an den Tivoli grenzende Grundstück derart weiterzuentwickeln”, so Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer. Man habe „aus vielerlei Gründen” ohnehin entschieden, die gesamte Trainings- und Verwaltungsstruktur im neuen Stadion zu konzentrieren. Aus Kraemers Sicht steht einer Änderung des Bebauungsplans „nichts im Wege”.
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