Aachen - Trianel nun groß genug für ein eigenes Heim

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Trianel nun groß genug für ein eigenes Heim

Von: Werner Breuer
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Festakt im Rohbau: Dr. Christian Becker (Stawag), Christian Hoffmann (gmp-Architekten), Oberbürgermeister Marcel Philipp, Dr. Jörg Vogt (Trianel), Jörn Henrik Depenbrock (Bauunternehmung), Dr. Peter Asmuth (Stawag, stehend, von links) sowie Sven Becker (Trianel) und Polier Claus Rettkowski (unten, von links) betonieren eine „Zeitkapsel“ mit Bauplänen und tagesaktuellen Zeitungen im Fundament ein. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein bisschen ist es so, wie wenn die Kinder von zu Hause ausziehen. Die freuen sich auf die erste eigene Bude, und die Eltern stehen etwas betreten daneben. „Aber es ist gut, dass die Trianel wächst“, sagt Dr. Christian Becker tapfer. Der Stawag-Vorstand räumt dennoch ein, dass er das Energiehandelsunternehmen „mit einem weinenden Auge“ aus dem gemeinsamen Heim an der Lombardenstraße verabschiedet.

„Danke, dass ihr uns vom Hof lasst“, sagt denn auch artig Sven Becker, der Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH. Die Stawag war immerhin Gründungsmitglied jenes Stadtwerkeverbunds, der inzwischen auf 54 Mitglieder angewachsen ist. Und weil auch die Belegschaft der Trianel stetig wächst, wurde es irgendwann zu eng unter dem Stawag-Dach.

Etwa 300 Mitarbeiter sind inzwischen mit dem Handel mit Strom und Erdgas beschäftigt, aber auch bei der Energieerzeugung und der Beratung von Stadtwerken ist die Trianel aktiv. Die Truppe, die derzeit noch auf drei Standorte verteilt ist – neben dem Stawag-Bau an der Lombardenstraße gibt es auch noch Büros an der Aureliusstraße und am Grünen Weg –, soll künftig im neuen Hauptverwaltungsgebäude an der Krefelder Straße zusammen arbeiten. Zwischen dem neuen Tivoli und dem alten Stadion-Areal ist der viergeschossige Rohbau schon herangewachsen, am Mittwoch wurde die Grundsteinlegung zelebriert.

Und bei der Gelegenheit betonten alle Beteiligten, wie gut es vorangeht. Vor allem Sven Beckers Geschäftsführungskollege Dr. Jörg Vogt ist angenehm überrascht. „Ich dachte immer, Bauen ist eine Qual“, erzählt er, „überall Planungsfehler, ständig geht etwas schief.“ Das Treiben auf der Baustelle beobachtet er nun aber „relativ entspannt“. Nach dem ersten Spatenstich im November vergangenen Jahres sei man auch vom langen und „schwierigen Winter“ nicht sonderlich ausgebremst worden, berichtet Jörn Henrik Depenbrock von der bauausführenden Firma Depenbrock Systembau.

Etwa 5000 Kubikmeter Beton und rund 600 Tonnen Stahl sind schon verbaut, im Herbst soll die Fassade verkleidet und schließlich das Glasdach aufgesetzt werden. Was an der Krefelder Straße entsteht, „entspricht unseren Vorstellungen“, lobt Christian Hoffmann, assoziierter Partner von gmp-Architekten von Gerkan, Marg und Partner.

Es enspricht auch den Vorstellungen von Oberbürgermeister Marcel Philipp: „Hier wächst sichtbar ein Gebäude“, freut sich der OB, wie auch die Stadt wachse – auch wenn laut letzter Zählung die Einwohnerzahl arg gestutzt wurde. Die Trianel schätzt er als Unternehmen, dass den aktuellen Anforderungen gewachsen ist. „Bei der Energiewende ist es wichtig, Akteure zu haben, die das Geschäft verstehen“, meint Philipp. Und diese Akteure sollen sich am Aachener Hauptsitz der international aufgestellten Gesellschaft wohlfühlen. „Wer neue Mitarbeiter sucht“, so der OB, „muss ein Umfeld schaffen, das zufrieden macht.“

Dieses Umfeld soll im nächsten Frühjahr bezugsfertig sein. Für insgesamt 20 Millionen Euro entstehen auf einer Netto-Gesamtfläche von 9700 Quadratmetern Arbeitsplätze für rund 300 Mitarbeiter, für Zuwachs wäre auch noch Platz.

An der alten Adresse wird es dann etwas leerer. Die Stawag will das unter anderem nutzen, um die Kantine zu erweitern. Dort sei auch die vertraute Trianel-Truppe zum Essen jederzeit gerne gesehen, sagt Stawag-Vorstand Dr. Christian Becker. Eltern freuen sich halt immer, wenn die Kinder kommen.

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