Treue Zuhörer des Chapelle-Quartetts werden jetzt belohnt

Von: Eva Onkels
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Haben jetzt auf Wunsch ihres Publikums die erste CD aufgenommen: Das Aachener Chapelle-Quartett bestehend aus (v.l.) Martin Hoffmann (Viola), Giulia Ajmone-Marsan (Cello), Katharina Blasel (Violine) und Fabian Grimm (Violine). Foto: Frank Kind

Aachen. Schon oft ist das Chapelle-Quartett von Konzertbesuchern gefragt worden, ob es nicht eine CD gibt. Bereits nach ihrem ersten oder zweiten Konzert, erzählen die vier Musiker, seien Besucher zu ihnen gekommen und hätten erstaunt berichtet, dass die CD, die es doch nun geben müsse, nicht im Handel zu finden sei. Ein bisschen überrascht mussten die Musiker dann stets antworten: Wir haben gar keine CD.

Jetzt, etwa fünf Jahre später, erscheint das vom Publikum heiß ersehnte Album. Die Aufnahme war vor etwa einem halben Jahr. Katharina Blasel, Violonistin im Quartett, hat die Arbeit im Studio viel Spaß gemacht. Viel Zeit hatten die Musiker dort jedoch nicht. Innerhalb von zwei Tagen musste die Aufnahme gemacht werden, denn danach standen bereits wieder Termine mit dem Sinfonie-Orchester auf dem Programm.

In erster Linie ist das Album für die treuen Zuhörer des Streichquartetts gedacht: Eigentlich brauche man gar nicht die hundertste Streichquartett-CD, „aber es hat sich gezeigt, dass unser Publikum doch gerne eine hätte“, berichten die Musiker.

Für zwei Werke haben sich Katharina Blasel (Violine), Fabian Grimm (Violine), Martin Hoffmann (Viola) und Giulia Ajmone-Marsan (Cello) entschieden: Das „Streichquartett Nr. 1 F-Dur, op. 18,1“ von Ludwig van Beethoven und das „Streichquartett in D-Dur, op. 83“ von Dmitri Schostakowitsch. Wie in ihren Konzerten auch spielen die Musiker mit Beethoven ein Stück der Wiener Klassik und mit Schostakowitsch das Werk eines modernen Komponisten.

Der 1906 geborene Schostakowitsch hatte zeitlebens immer wieder mit der Stalin-Regierung zu kämpfen. Mehrmals stellte er sein musikalisches Schaffen ein oder begrenzte es stark, viele Stücke schrieb er nur für die Schublade oder veröffentlichte sie erst wesentlich später. So auch das vierte Streichquartett.

Sehr persönlich ist das Streichquartett Schostakowitschs, die innere Emigration des vom Stalin-Regime nicht unbedingt gern gesehen Komponisten ist deutlich hörbar. Beethovens Streichquartett ist sein erstes Streichquartett und es ist noch ein langer musikalischer Weg hin zu seinen letzten. Beim ersten sind noch starke Anlehnungen an seine Vorbilder Mozart und Haydn erkennbar.

Aber nicht nur wegen der üblichen Zusammenstellung, sondern auch wegen der Thematik haben sich die Musiker für eine Zusammenstellung von Beethoven und Schostakowitsch entschieden: So ist sowohl der zweite Satz bei Beethoven „Adagio affettuoso ed appassionato“ also auch der zweite Satz bei Schostakowitsch „Andantino“ dem Thema „Tod“ gewidmet.

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