Tourist-Service will nicht weg

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Umzug vom Tisch? Der aachen tourist service will mit seinem Info-Shop unbedingt im Elisenbrunnen bleiben. Umso mehr, als die Aseag keine Ambitionen mehr hat auf diesen Standort. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Mit Händen und Füßen will sich Kurdirektor Werner Schlösser gegen Pläne wehren, den „aachen tourist service” (ats) vom Elisenbrunnen ins Verwaltungsgebäude Katschhof zu verlegen. Am Mittwoch erklärte Schlösser gegenüber den „Nachrichten”, ein solcher Umzug stelle in seinen Augen eine „drastische Verschlechterung” dar, „ich kann dieser Idee absolut nichts abgewinnen”.

Dieser Tage hat er ein paar Briefe geschrieben, um seinen Standpunkt klarzumachen - in der Hoffnung, Unterstützung in der anscheinend sehr diffizilen Angelegenheit zu finden.

Wie berichtet, gibt es innerhalb der Verwaltung Überlegungen, den Bürgerservice entgegen bisheriger Planung vom Katschhof abzuziehen und auf das Hochhaus am Hauptbahnhof und die Bezirksverwaltungsstellen zu verteilen. So steht es jedenfalls in der Sparliste des OB, was bei der Opposition schon sehr ungnädig aufgenommen worden ist. Am Mittwoch bekräftigte die SPD noch einmal, dass der Bürgerservice natürlich ins Zentrum gehöre, alles andere sei ungekonnt.

Sinnvolle Bündelung

Geht der Bürgerservice aber doch weg, ist angedacht, im dann umgebauten Verwaltungsgebäude Katschhof den Info-Shop von „aachen tourist” zu installieren. Begründung: Mit der benachbarten Dominformation komme es zu einer sinnvollen Bündelung touristischer Dienstleistungen im Herzen der Stadt.

Das sieht Schlösser, Geschäftsführer von ats und Kur- und Badegesellschaft, vollkommen anders: Er will nicht an diesen Ort. Ganz gezielt habe man sich seinerzeit den Elisenbrunnen ausgesucht und dort beste Erfahrungen gemacht - als erste Anlaufstelle für Aachen-Besucher liege der Info-Shop einfach ideal. Dies deswegen, weil er „gut erreichbar, gut auffindbar, gut anfahrbar” sei und damit die Touristen gleich zu Beginn ihrer Visite mit den nötigen Stadtplänen und Prospekten versorgen könne - an der Rückseite des Katschhofs sei das nicht mehr zu erwarten.

Schlösser: „Am Elisenbrunnen haben wir eine extrem hohe Frequenz, die Einrichtung diente vielen anderen Städten in Deutschland als Vorbild”. Nicht zuletzt wegen der starken Besucherquote habe man vom Tourismusverband auch eine Zertifizierung erhalten - die sei durchaus gefährdet, wenn man in die „hintere Ecke” des Verwaltungsgebäudes Katschhof umziehen müsse.

Der Kurdirektor will alle Register ziehen, um solchen Standortwechsel zu verhindern. Zu entscheiden habe ohnehin nicht die Stadt, sondern der eigene Vorstand. Andererseits: „Die Stadt kann uns natürlich kündigen, aber immerhin zahlen wir 30.000 Euro Miete im Jahr. Und haben seinerzeit 400.000 Mark in die Sanierung des Elisenbrunnens gesteckt.”

Umlaufenden Gerüchten, die Aseag habe ein Auge auf die schöne Unterkunft im Elisenbrunnen geworfen, widersprach Vorstand Hans-Dieter Appel nicht - nur der Zeitpunkt sei nicht mehr aktuell. „Die Sache ist vom Tisch”, erklärte er auf Anfrage. In der Tat habe man eine Zeitlang erwogen, das Kunden-Center der Aseag am Friedrich-Wilhelm-Platz zu installieren, doch die bisherige ats-Bleibe sei einfach zu klein, „wir brauchen mindestens 200 Quadratmeter”.

Die sind nun anderweitig gefunden. Nach längerer Suche im Bereich Bushof/Peterstraße wird die künftige Service-Einheit wohl in der sogenannten „Praline” liegen, dem noch immer teilweise ungenutzten Büro- und Praxisgebäude auf dem Gelände des Alten Bushofs. Hans-Dieter Appel: „Die Verträge sind so gut wie unterschriftsreif.”
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