Toledo-Ring: „120 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit”

Von: Heiner Hautermans
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Schon vor Jahren beschwerten s
Schon vor Jahren beschwerten sich Anwohner bei der Erarbeitung des Verkehrskonzeptes Hörn über zu hohe Geschwindigkeiten auf dem Pariser Ring und Toledoring. Die Stadt versprach Abhilfe, hat aber nach Ansicht der Betroffenen zu wenig unternommen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Gutachten eines Verkehrssachverständigen über die Ursache des verheerenden Unfalls vom 19. November liegt noch nicht vor. Dieser ist jedoch nach der vorläufigen Einschätzung der Polizei durch die überhöhte Geschwindigkeit eines von einem 24-Jährigen aus Stolberg gesteuerten Mercedes-Coupé ausgelöst worden.

In dessen Wagen waren er und zwei Mitfahrer gestorben, in dem entgegenkommenden Opel-Kombi Fahrer und Beifahrerin. Der furchtbare Zusammenstoß hat unter anderem mit dazu geführt, dass Landesinnenminister Ralf Jäger verstärkte Geschwindigkeitskontrollen in NRW angeordnet hat. Er bezeichnete im Landtag zu schnelles Fahren „als Killer Nr. 1”.

Zu schnell gefahren wird an vielen Stellen in Aachen. Ein Abschnitt, auf dem regelmäßig die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich überschritten wird, ist nach Beobachtung von „Nachrichten”-Leser Jonny Sauren Toledoring und Pariser Ring, ein wichtiger Teil des äußeren Rings entlang des Uniklinikums: „Dort sind ebenfalls nur 70 km/h erlaubt. Die im Unfallbericht genannte Geschwindigkeit von 120 km/h ist auf diesem Ring eher die übliche Durchschnittsgeschwindigkeit.” In den letzten Wochen habe es dort zwei Unfälle gegeben, aus Sicht der Beteiligten zum Glück ohne schwerwiegende Folgen.

„Aus Sicht der Anwohner leider ohne Konsequenzen, denn die Verkehrsüberwachung ist dort gleich Null. Vielleicht muss es erst Todesopfer geben, bis auch dort etwas unternommen wird”, meint Jonny Saueren weiter. Gleiches gelte auch für die Halifaxstraße, wo 50 km/h erlaubt sind, oft aber 70 und mehr Stundenkilometer gefahren würden: „Die Straße ist Schul- und Kindergartenweg. Diese chaotischen Verkehrsverhältnisse sind heute schon Normalität und dabei ist noch nicht mal der Campus fertig.”

Die Stadt habe beim des Verkehrskonzeptes Hörn Geschwindigkeitskontrollen auf beiden Straßen versprochen, „geschehen ist nichts. Sauren schlägt Starenkästen vor, „denn gerade in den Morgen- und Abendstunden und am Wochenende verwechseln viele diese Straßen mit Rennstrecken.”

Mit konkreten Zahlen von mobilen Überwachungsaktionen konnte Polizeisprecherin Sandra Schmitz nicht aufwarten: „Die Auswertung ist sehr umfangreich.” Dennoch behalte man die fraglichen Abschnitte wie andere Ausfallstraßen auch im Auge: „Dort finden regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen statt.” Allerdings handele es sich nicht um Unfallbrennpunkte. Auch Axel Costard vom Presseamt bezeichnet Toledoring und Pariser Ring als „völlig unauffällig, vierspurig ausgebaut und sehr übersichtlich”.

Aus dem gesamten Bereich sind bei der Polizei wenig Klagen bekannt. Sprecherin Schmitz: „Bürgerbeschwerden sind verschwindend gering.” Ausweislich der Dauermessstellen auf der Hörn habe man noch keine großen Verkehrssteigerungen beobachtet, sagt der städtische Verkehrsplaner Uwe Müller: „Wir haben den Auftrag, das zu beobachten. Das tun wir auch. Wenn das Konzept nicht greift, müssen wir nachjustieren.”
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