Aachen - Töne zum Anfassen auf der Klangstraße

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Töne zum Anfassen auf der Klangstraße

Von: mg
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Auch auf einem Drainagerohr kann man Töne erzeugen. Die „Klangstraße” in der Kita Franz-Wallraff-Straße soll helfen, das Gehör der Kinder zu schulen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Kindertagesstätte in der Franz-Wallraff-Straße hat seit einem Jahr einen neuen Namen: „Klipp und Klar”. Das klingt flott und fröhlich, der Name ist aber auch Programm: Als Modellkindergarten arbeitet die Kita in Brand nach dem Lernkonzept „Klipp und Klar”.

Spielerisch, aber gezielt werden die Kinder so gefördert, dass sie bei der Einschulung möglichst über all das verfügen, was man als Schulkind können muss.

„Klipp und Klar” wurde von der Wiener Pädagogin Brigitte Haberda entwickelt. Das Lernkonzept fußt auf der Erkenntnis, dass bestimmte grundlegende Fähigkeiten vorhanden sein müssen, damit das Kind in der Schule den Lerninhalten folgen kann. „Werkzeuge” nennt Haberda diese Fähigkeiten. Die Kita in Brand will ihren Mädchen und Jungen möglichst viele dieser Werkzeuge mit auf den Weg geben.

Erzieherin Doris Grief hat „Klipp und Klar” bei einer Fortbildung kennengelernt. Sie hat das Konzept in die Kita gebracht und ist heute Lerntrainerin. Im vergangenen Sommer wurde „Klipp und Klar” offiziell installiert. Und wenn Kita-Leiterin Ulrike Timmers sich die Kinder anschaut, die jetzt eingeschult werden, dann sagt sie mit Überzeugung: „Allen Kindern ist das Training sehr gut bekommen. Sie haben sich enorm weiterentwickelt.”

„Klipp und Klar” arbeitet zum Beispiel an einer besseren Körperkoordination, an der körperlichen Wahrnehmung der Kinder, am Gleichgewicht und am Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften. „Ein Kind, das sich im Raum zurechtfindet, kann in der Schule auch eine Vorstellung vom Zahlenraum entwickeln”, erklärt Doris Grief. „Und wenn ein Kind eine Vorstellung von rechts und links hat, kann es beim Schreiben die Buchstaben p und q unterscheiden.”

Trainiert werden die „Werkzeuge” der Kinder auf vielerlei Art. So hat jedes Kind seine spezielle „Lernschatzkiste” mit Anregungen fürs Freispiel. Damit lässt sich zum Beispiel die Grobmotorik trainieren. Ganz wunderbar für die Entwicklung der Hand-Auge-Koordination ist das Ballspielen.

Auch die Eltern werden im „Klipp und Klar”-Lernkonzept intensiv mit einbezogen. Sie achten zum Beispiel zu Hause verstärkt darauf, ihre Kinder in einfache Tätigkeiten mit einzubeziehen. Auch das unterstützt die Motorik.

Die Schulung des Gehörs ist ein wichtiger Teil des „Klipp und Klar”-Lernkonzepts. Und hier hat die Kita Unterstützung von der Käthe-Kollwitz-Schule bekommen, genauer gesagt von sechs angehenden Erzieherinnen der Schule. Im Rahmen einer Projektarbeit haben Janika Breuer, Jennifer Kahle, Yasemin Yasmut, Eva Orthner, Christina Lucht und Anna Stachowski für die Tagesstätte eine „Klangstraße” entworfen und gebaut. Auf diesem kleinen Freiluft-Parcours können die Kinder mit den unterschiedlichsten Materialien Töne erzeugen und die Welt der Klänge „be-greifen”.

Am Samstag, 18. September, gibt es in der Kita Franz-Wallraff-Straße ein großes Fest. Der Förderverein feiert dann das 20-Jährige - und das Modellprojekt „Klipp und Klar” begeht seinen ersten Geburtstag. Am 18. September wird ein Jahr „Klipp und Klar” mit einem großen Fest gefeiert.
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