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Tivoli-Vertrag: Große Chance für die Alemannia

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
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Der Tivoli soll bis zum 31. Januar in den Besitz der Stadt übergegangen sein.

Aachen. Die Stadt gibt der Alemannia mit dem Kauf des Tivoli-Stadions alle Möglichkeiten zur sportlichen Gesundung. So interpretieren die Stadt und der Verein die wesentlichen Passagen aus dem Kaufvertrag, der den „Aachener Nachrichten“ vorliegt.

Bis zum 31. Januar 2015 soll der Tivoli in den Besitz der Stadt übergegangen sein. Im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung wurde am Mittwochabend der Kaufvertrag vorgelegt. Zum symbolischen Preis von einem Euro plus 400.000 Euro fürs „Zubehör“ soll die „Aachener Stadionbeteiligungs GmbH“ (ASB) als städtische Tochter das Stadion von Insolvenzverwalter Frank Kebekus kaufen. Er vertritt die Gläubiger der „Alemannia Stadion GmbH“.

Eine kleine Formalhürde müssen die Beteiligten allerdings noch nehmen. Die Mitglieder von Alemannia Aachen müssen bei der außerordentlichen Jahreshauptversammlung am kommenden Montag grünes Licht geben. Konkret bedeutet das, dass sie der Aufstockung der städtischen Anteile an der „Stadion GmbH“ von 8,5 auf 15,5 Prozent zustimmen müssen. „Wir brauchen diese Anteile, um das steuerliche Risiko zu mindern“, erläutert Dezernent Lothar Barth, der für die Stadt als ASB-Geschäftsführer tätig ist.

Alemannias Aufsichtsratsvorsitzender Christian Steinborn, der den Verkauf des Aachener Elektromobil-Herstellers „Streetscooter“ an die Post mit einfädelte und derzeit auch als „Streetscooter“-Sprecher alle Hände voll zu tun hat, blickt der Mitgliederversammlung zum Thema Tivoli gelassen entgegen: „Es ist ein völlig unspektakulärer Formalakt. Wegen der Anteilsaufstockung brauchen wir einen Mitgliederbeschluss.“

Sehr erfreut zeigt sich Steinborn über die Vertragsinhalte. Denn dem Viertligisten bleibt finanzieller Spielraum, um die schnellstmögliche Rückkehr in den bezahlten Fußball, sprich die dritte Liga, zu realisieren. Momentan belegt die Alemannia Rang 1 in der Regionalliga. Stünde sie auch am Ende der Saison auf dem ersten Platz, könnten die Aachener in der Aufstiegsrunde mit einem erfolgreichen Abschneiden gegen einen anderen Regionalligameister bereits 2015 den Aufstieg in die dritte Liga perfekt machen.

Miete erst ab Liga 3

Und erst in der dritten Liga müsste der Traditionsklub sich mit wenigstens 300.000 Euro Miete an den rund zwei Millionen Euro Unterhaltskosten für das städtische Stadion beteiligen.

In der zweiten Liga müsste die Alemannia im ersten Jahr 800.000 Euro, anschließend 1,3 Millionen Euro überweisen. Hinzu kämen ab dem zweiten Jahr fünf Prozent der Erlöse, die 400.000 Euro überschreiten. Addiert man Einnahmen aus Mieten und Veranstaltungen dazu, kämen annähernd genau die zwei Millionen Euro Kosten zusammen, die die Stadt jährlich in das Stadion an der Krefelder Straße pumpen muss.

Überschüsse würde die Stadt erst erzielen, wenn der Alemannia noch einmal der Sprung in die Bel Etage des deutschen Fußballs gelingen würde. Als Bundesligist müsste die Alemannia dann 2,8 Millionen Euro Miete zahlen.

Geregelt sind in dem Vertrag auch schon Details, die unter anderem TV-Gelder und Transfererlöse aus erster und zweiter Bundesliga betreffen. Dann würden zum Beispiel Sonderzahlungen fällig aus Fernseheinnahmen in Höhe von fünf Prozent. Bei einem Freibetrag von 400.000 Euro müsste die Alemannia dann beispielsweise von einer Einnahme aus TV-Geldern in Höhe von einer Million Euro 30.000 Euro (fünf Prozent von 600.000 Euro) an die Stadt zahlen. Auch 30 Prozent der „Transferüberschüsse“ aus Spielerverkäufen müsste der Profiklub dann berappen. Das heißt: Je erfolgreicher die Alemannia spielt, desto mehr Miete kann die Stadt kassieren.

„Wir sehen den Vertrag als große Chance für die Alemannia. Denn wir als Stadt haben gegenüber dem Land die Position vertreten, dass die Mietabgaben für die Alemannia erschwinglich sein muss“, erläutert ASB-Geschäftsführer Barth. Das sieht Alemannias Aufsichtsratschef Steinborn ähnlich: „Wir sind jetzt auf einem guten Weg und wollen die enge und mittlerweile vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt fortsetzen.“

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