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Tivoli: Schleusen als Hilfe gegen die Falschparker

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
Tivoli
Schön wird er, der neue Tivoli. Damit es für die Anwohner nicht zu allzu vielen Belästigungen durch das neue Stadion kommt, sollen Anliegerstraßen in der Umgebung an Spieltagen abgepollert werden, was nicht unumstritten ist. Foto: AN

Aachen. Mit Einweihung des neuen Tivoli-Stadions will die Stadt Aachen auch ganz neue Saiten aufziehen im Kampf gegen das rüde Zuparken der anliegenden Wohngebiete. Mit Beginn der Fußballsaison 2009/2010 werden drei Stunden vor Anpfiff des jeweiligen Heimspiels ganze Bereiche abgesperrt.

Zwecks Einfahrt bleiben nur ein paar bestimmte Straßen offen, aber auch nur für Anwohner, die eine Zufahrtsberechtigung aufweisen können. Und die Ordnungskräfte werden sehr genau hingucken.

Es scheint immer noch das alte Lied zu sein: Seit Jahren beklagen die Tivoli-Nachbarn „erhebliche Beeinträchtigungen” während der Liga- und Pokalspiele - Lärmbelästigungen durch zu Fuß gehende Fangruppen, Verunreinigungen der privaten Vorgärten, vor allem aber die Heimsuchung durch fremde Pkw, die auf Parkplatzsuche sind und für einen Haufen Krach und Abgase sorgen. Außerdem werden die Zufahrten häufig zugestellt.

Obwohl es in der Vergangenheit alle möglichen Aktionen zur Entspannung der Situation gegeben hat, will die Stadt Aachen jetzt Nägel mit Köpfen machen und dem Übel an die Wurzel gehen: Tivoli-Besucher gar nicht erst reinlassen in die Wohnbereiche. Bewerkstelligt wird dies durch aufklappbare Sperrschilder und ebensolche Pfosten, die per Bodenhülse in die Fahrbahn eingesetzt werden.

Für die Anwohner wird es Schlupflöcher geben, drei an der Zahl. Als „verbleibende Zufahrtsmöglichkeiten” schlägt die Verwaltung die Straße Am Tivoli vor (vom Soerser Weg, auch bei „einsatztaktischer Sperrung” der Merowingerstraße jederzeit erreichbar), die Karolingerstraße (ebenfalls vom Soerser Weg) sowie die Alkuinstraße von der Passstraße aus. Hier soll auch abgepollert werden, allerdings mit drei Meter breiter Durchfahrt.

Diese drei Zufahrten sollen mit Schleusen versehen werden. Die Kontrollposten haben die Aufgabe, alle Zufahrtsberechtigungen (Personalausweise) zu überprüfen. Auch während der zweiten Halbzeit sollen die Schleusen besetzt bleiben, damit sich keine Nachzügler einschleichen können.

Die Kehrseite der Medaille: Wer rund um den Tivoli an bestimmten Spieltagen Besuch erwartet, sollte den Termin besser verschieben. Die Stadt sagt nämlich, eine Ausdehnung der Zufahrtsberechtigung auf Kaffee-und-Kuchen-Gäste und/oder andernorts wohnende Familienangehörige sei „nicht praktikabel.” Dem Kontrollpersonal wird im Übrigen „restriktive Handhabung” empfohlen - das berühmte Auge soll auf keinen Fall zugedrückt werden (gebührenpflichtige Ausnahmegenehmigungen müssen im begründeten Einzelfall beim Straßenverkehrsamt beantragt werden). Auch Lieferanten und Reparaturdienste sollen während der Sperrzeiten keine große Chance mehr haben, außer in Notfällen.

Erst ab 8000 Zuschauer

Umgesetzt werden soll das neue Konzept in den Wohnbereichen Emmastraße/Am Weberhof/Am Tivoli, Karolingerstraße/Am Wolf sowie Alkuinstraße und Nebenstraßen. Und auch nur dann, wenn mindestens 8000 Zuschauer zur Alemannia streben - was freilich Dauerzustand werden dürfte beim neuen Stadion mit seinen 30.000 Plätzen.

Schilder und Poller schlagen mit 15.000 Euro zu Buche, der Rest ist kostenlos: Kontrolliert wird von den jetzt schon eingesetzten Stadtbediensteten, unterstützt durch Alemannia-Ordner. Die ziehen auch nach geschlagener Schlacht die Sperrpfosten aus der Fahrbahn und klappen die Verbotsschilder bis zum nächsten Heimspiel wieder zu.
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