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Thouet-Preisträgerin: „Kenger, isch ben platt”

Von: Georg Dünnwald
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Überrascht: Ina Gröbner im K
Überrascht: Ina Gröbner im Kreise von prominenten Bewahrern der Aachener Mundart im Weißen Saal des Rathauses. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Erschrocken hielt sich Frau die Hand an den Mund. Ein paar Tränen quetschten sich in ihre Augen. Völlig überrascht war Ina Gröbner am Dienstagabend, als ihr Oliver Thouet, der Vorsitzende des Vereins „Thouet-Preis der Stadt Aachen”, mitteilte, dass sie die nächste Trägerin des Öcher-Platt-Preises ist und am Sonntag, 6. Januar, am Dreikönigstag, während einer großen Soiree im Krönungssaal des Rathauses ausgezeichnet wird.

Am Dienstag war es „nur” der Weiße Saal des Rathauses, in den sie ohne jedes Wissen, was passieren soll, hineingelotst worden war. Die Creme des Öcher Platt war erschienen. „Weißt du schon, wers wird?” - diese Frage ist bereits ein geflügeltes Wort vor der Bekanntgabe des Thouet-Preisträgers. Der Preis genießt in Aachen ein großes Ansehen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp kommentierte in seiner Begrüßung: „Das ist einer der angenehmsten Termine, die ich diese Woche habe”, und spielte damit auf Bombardier, die Alemannia und den städtischen Haushalt an. Er konnte auch nicht lange bleiben, weil er zu den „Talböttern” wollte, die sich in St. Elisabeth an der Jülicher Straße trafen.

Oliver Thouet verwirrte gekonnt die zahlreichen Anwesenden mit Andeutungen über die eine oder die andere Person, bis er mit dem Namen der Preisträgerin 2013 herausrückte. Anhaltender, ja tobender Beifall war die Antwort.

„Kenger, isch ben platt”, reagierte die 46-jährige Krankenschwester, die im Marienhospital ihr Geld verdient. Drei Kinder hat das Mäddche aus dem Ostviertel, das in der Viktoriastraße und der Sophienstraße aufgewachsen ist. Dort hat sie bodenständiges und lupenreines Platt von Kindesbeinen an aufgesogen und sich dennoch einen waschechten Bayern („der spricht auch so”) als Ehemann geangelt.

Vielen Öchern ist die agile Frau als aktives Mitglied der Tropigarde bekannt - und auch als wandlungsfähige Aktrice bei der Eilendorfer Erholungsgesellschaft. Alles Gründe für das Thouetpreis-Kuratorium, sie zu benennen. „Endlich haben wir mal wieder eine Frau”, frohlockte denn auch Thouet-Preisträger Manfred Savelsberg, der für das Programm des Festabends im Januar verantwortlich zeichnete.

Hein Engelhardt hatte noch ein Gedicht in schönstem Öcher Platt parat, ein paar Mitglieder von „capella a capella” sangen aus dem Stegreif „sie lebe hoch”, die anderen im Saal schlossen sich an, danach kam der Sekt.
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