Aachen - Thouet-Preis 2013: Sie feierten „Wiiver met Fumm“

Thouet-Preis 2013: Sie feierten „Wiiver met Fumm“

Von: Wolfgang Schumacher
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Ina Gröbner, das Platt-Kraftwerk der Tropigarde, antwortete beim Thouet-Priis 2013 gekonnt und „met Hazz“ auf eine hervorragende Laudatio von Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt. Fotos (4): Andreas Herrmann Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Wiiver met Fumm“, also auf Neudeutsch echte Power-Frauen, wollte das Moderatoren-Duo Manfred und Jan Savelsberg an diesem Abend sehen. Vater und Sohn Savelsberg kamen beim Thouet-Mundartpreis 2013 zweifellos auf ihre Kosten.

Höhepunkt der kurzweiligen und reichlich mit weiblichem Charme bestückten Preisverleihung am Dreikönigstag im Krönungsaal waren Laudatio und Dankesrede für und von Ina Gröbner, der unbestrittenen Powerfrau bei Tropigarde und der Eilendorfer Erholungsgesellschaft.

Ina Gröbner, die schon bei der Verkündung im Weißen Saal nach eigenem Bekunden urplötzlich „ne decke Köttele in der Boks“ hatte, lief nach der Übergabe des Preises zur Verbreitung der Öcher-Mundart durch Oliver Thouet und kurzem Innehalten zu großer Hochform auf und antwortete mit „Witz en Hazz“ auf eine sehr persönliche und beinahe liebevolle Laudatio des Grenzlandtheater-Intendanten Uwe Brandt. Brandt kennt „et Hubertine Karla Böttcher“ seit langem, die Jugend im Öcher-Ostviertel prägte die beiden, der unverwechselbare Öcher-Humor hat hier seine Wurzeln. So nahm Ina Gröbner, die irgendwann „den Mann aus Bayern“ mit Namen Gröbner geheiratet hatte, dem Tropi-Freund Uwe Brandt natürlich überhaupt nicht übel, dass er ihre geschichtsträchtigen Vornamen „Hubertine Karla“ mehrmals wie feinstes Zuckerwerk auf der Zunge zergehen ließ und sich dabei noch wohlig schüttelte.

Besonders die Intonation des Mädchennamens im Öcher-Singsang – lautlich als „Bööötttscheeer“ zu beschreiben – machte Brandt einen Heidenspaß, der sich eins-zu-eins auf das etwa 600 Köpfe starke Auditorium übertrug. Immer wieder war dem Theatermann seine Hochachtung vor der Volksschauspielerin anzumerken, die er mit Dönekes aus der Jugendzeit erfreute. So erinnerte er an Zeiten, als sie mit Ägid Lennartz, dem Vorsteher des „Thouet-Priis-Orschester“, alleine in der Sakristei von „St. Jupp“ (St. Joseph) erwischt wurde, Zeiten waren das! Dass das Kuratorium in diesem Jahr wieder eine erstklassige Wahl getroffen hat, bewies die großartige Volksschauspielerin, die als Platt-Kraftwerk der Tropigarde gilt, in ihrer Dankesrede. Sie beschrieb auf schönstem Platt, wie sie zur Verkündung in den Weißen Saal des Rathauses gelockt wurde und beim Antrag des Oberbürgermeisters sich beinahe übergeben musste – so aufgeregt war sie. Das war beileibe nicht wegen OB Philipp, beeilte sie sich zu versichern, es war einfach in diesem Moment zu viel der Ehre für die Ina.

Der Abend hat sich gelohnt. Die Alt-Aachener-Bühne karikierte Wiiver, die sich bei einer Hochzeit „de Mull zerriiße“, Dieter Kaspari und Uwe Böttcher inszenierten gekonnt den „Öcher Blues“, de Mäddcher va St. Ursula trugen den „behölplije Samariter“ vor, de Kenger vajjen Beverau (alias Chor der Domsingschule) gaben ein Ständchen in feinstem Platt ebenso wie die Sternsingerkinder, die wieder von Gert Leuchtenberg betreut wurden. Als es dann am Ende nach der Öcher-Hymne „Urbs Aquensis, urbs regalis“ wieder den Puttes-Börger gab, sah man Zufriedenheit allerorten, was will man mehr?

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