Thouet-Mundartpreis 2018 geht an den Musiker Dieter Böse

Von: Margot Gasper
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Völlig überrascht: der Preisträger 2018 Dieter Böse (Mitte) mit Ägid Lennartz (links) und Bürgermeister Norbert Plum. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der Thouet-Mundartpreis 2018 der Stadt Aachen geht an Dieter Böse. Am Samstag, 6. Januar 2018, wird der stadtbekannte Rockmusiker die Auszeichnung im Rathaus entgegennehmen. Es ist der 34. Thouet-Preis. Bis dahin, so kann man annehmen, dürfte der Mann sich auch von der Überraschung erholt haben.

Denn beim Thouet-Preis ist es schöner Brauch, dass der neue Preisträger keinen blassen Schimmer hat, bis das gut gehütete Geheimnis gelüftet wird.

Und so war auch Dieter Böse am Mittwochabend im Weißen Saal zunächst völlig ahnungslos und dann erst mal sprachlos, als Ägid Lennartz, Vorsitzender des Vereins Thouet-Mundartpreis und Chef des Preis-Kuratoriums, ihm die Auszeichnung für herausragende Verdienste um das Öcher Platt antrug.

„Ich freue mich auf den 6. Januar“, sagte Böse dann sichtlich gerührt, „ich werde mich bemühen, das Bestmögliche daraus zu machen.“ Noch nie habe er einen Preis bekommen, bekannte der Sänger. Selbst auf dem Bend reichte es immer nur für einen Trostpreis.

Ägid Lennartz hatte die Sache zuvor richtig spannend gemacht. Als „Öcher durch und durch“ beschrieb er den Preisträger, als einen, der den Dialekt nahezu perfekt beherrsche und in Vortrag und Gesang das Öcher Platt „salonfähig“ halte. Mit der Andeutung, der neue Preisträger sei weiblich, lockte Lennartz das geneigte Publikum sogar kurzzeitig auf eine falsche Fährte. Um so herzlicher war dann der Applaus, als der Name Dieter Böse endlich ausgesprochen wurde. Böse sei ein großartiger Interpret der Heimatsprache, sagte Bürgermeister Norbert Plum, der als erster gratulierte.

Dieter Böse, vor 66 Jahren in Aachen geboren, wohnt mit Ehefrau Jeannette in Haaren. Seit mehr als 30 Jahren ist er eine feste Größe in der Musikszene. Die Texte seiner Lieder schreibt er selbst – auch auf Öcher Platt. Viele seiner Stücke sind übrigens bei der Arbeit entstanden. Der pensionierte Postbeamte war früher Zusteller bei der Post. Und wenn er morgens mit den Briefen unterwegs war, hatte er manche zündende Idee. Böse singt über den Dom und das Rathaus und die Leute in seiner Stadt.

Wie so viele Thouet-Preisträger vor ihm war Dieter Böse unter einem Vorwand in den Weißen Saal gelockt worden. Offiziell verpflichtet war er für einen musikalischen Beitrag, zusammen mit dem Gitarristen Salvatore Camiola, mit dem er oft zusammen musiziert.

Je nach Anlass ist der 66-Jährige musikalisch aber auch alleine unterwegs oder im Quartett „Böse mal anders“ zusammen mit Salvatore Camiola, Schlagzeuger Oliver Lutter und Bassist Adi Zehnpfennig.

Ständchen für Hein Engelhardt

Natürlich wurde am Mittwochabend auch an Hans-Josef Thouet, den Mitbegründer der Auszeichnung, erinnert, der am selben Tag morgens zu Grabe getragen worden war. „Wir haben das mit der Familie Thouet besprochen“, sagte Ägid Lennartz, „es gab von der Familie den ausdrücklichen Hinweis, dies bitte genau so zu machen.“ Lennartz hob die besonderen Verdienste des Ehrenvorsitzenden Thouet um den Preis und die Pflege der Öcher Heimatsprache hervor. „Wir wollen dieses Erbe in seinem Sinne fortführen“, sagte er.

Und auch zu Caroline Reinartz gingen die Gedanken, die im Januar noch mit der Dreikönigskette geehrt worden war. Mit Hans-Josef Thouet und Caroline Reinartz habe das Öcher Platt im Himmel einen ganz neuen Stellenwert bekommen, zeigte sich Ägid Lennartz überzeugt.

Mundartdichter Hein Engelhardt, der vor kurzem 90 geworden ist, bekam am Mittwochabend ein besonderes Ständchen. Dieter Böse trug für ihn ein persönliches Geburtstagslied vor: „Du bes d‘r Könnek va Oche.“

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