Theaterstück: Wildes WG-Leben wird zu einer Zeitreise

Von: GRIT SCHORN
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Von Urgewalt in der Kommune und Aufbruchstimmung in den siebziger Jahren berichtet Regisseurin Elina Rinke. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die wilden WG-Zeiten der siebziger Jahre führten auch in Schweden die unterschiedlichsten Kreise zusammen. Nach einem Film von Lukas Moodysson, Autor und Regisseur, kommt jetzt das turbulente „Zusammen!“ des 1969 geborenen Schweden ins Theater Aachen.

Ein Stück, wie gemacht für die ergrauten Alt-68er und ebenso für die junge Generation von heute: Wie eine Zeitreise gestaltet sich das Zusammenleben völlig verschiedener Menschen. Schon damals war ein Slogan wie „Lieber Haferbrei statt Schweinskotelett“ gängig, berichten die „Macherinnen“ Elina Finkel (Regie) und Ulla Theißen (Dramaturgie).

In der Kommune, in die sich Elisabeth mit ihren Kindern geflüchtet hat, wird heftig gestritten und geliebt, über alles gesprochen und ekstatisch gefeiert. Elisabeth will nichts mehr von ihrem trinkenden und gewalttätigen Mann Rolf wissen. Bei ihrem Bruder Göran, dem liebevollen „Herz der WG“, fühlen sie und die Kinder sich gut aufgehoben. Die jüngeren Zuschauer „werden wahrscheinlich staunen über die Urgewalt“, die die Eltern- oder Großelterngeneration im Stück entfaltet – das meint Dramaturgin Ulla Theißen, die die „Aufbruchstimmung“ von damals anspricht. Die Figuren schaffen sich eine ureigene Reibefläche, in der das Leben erstmal kräftig auf den Kopf gestellt wird. Nach dem ersten „Kulturschock“ in der wilden WG suchen auch Elisabeth und die Kinder ihre ureigenen Abenteuer. Und so manchem wird es wohl auch zu eng oder zu chaotisch in diesem Getümmel von linksrevolutionär, doktrinär, antiautoritär oder hübsch verquast.

In den Hauptrollen sieht man Katja Zinsmeister als Elisabeth und Tim Knapper als ihren Mann Rolf. Torsten Borm verkörpert den gutwilligen Göran, Thomas Hamm spielt den ultralinken Proletarier Eric. In weiteren Rollen sind Lara Beckmann, Felix Strüven, Philipp Manuel Rothkopf, Fritz Matthiae und andere zu sehen. Die Kinderrollen sind doppelt besetzt. Requisiten und Kostüme wurden „aus allen Ecken und Enden“ hervorgesucht, so Dramaturgin Theißen. Da darf man auf Ric Schachtebecks Bühne und Britta Leonhardts Kostüme richtig gespannt sein. Und auf die „Urgewalt der Kommune“ sowieso, wirft Regisseurin Elina Finkel ein. Es gibt sogar Livemusik: von Malcolm Kemp als „Jemand“.

Im Anschluss an die Premiere am 10. Mai sowie nach den Vorstellungen am 15. Juni und 12. Juli spielt die Aachener Band Tres Hombres Rhythm & Blues im Spiegelfoyer von Theater Aachen, die den Bluesrock im zeitlosen Stil der Rock-Heroen der 60er Jahre pflegt.

Premiere von „Zusammen“ ist am Samstag, 10. Mai, im Theater Aachen, Bühne. Beginn 19.30 Uhr (etwa 140 Minuten, keine Pause). Weitere Termine am 17., 23. und 30. Mai sowie am 11., 15., 21. und 29. Juni. Termine auch am 3. und 12. Juli .

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