Aachen - Theater K: „Caretaker“ ist endgültig abgesetzt

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Theater K: „Caretaker“ ist endgültig abgesetzt

Von: Martina Feldhaus
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„Komische Käuze“: Wegen des abgesetzten Pinter-Stücks „Caretaker“ nimmt das Theater K die Komödie der Schweizer Theater-Campagnie Gangwerk wieder auf. Foto: Petra Grotenklas

Aachen. Zumindest eine gute Nachricht hat Annette Schmidt am Donnerstag im Briefkasten: Das Theater K muss keine Konventionalstrafe in Höhe von 1000 Euro oder mehr zahlen. Befürchtet hatten Schmidt und ihre Ensemble-Kollegen das wegen der Absage des Stücks „Caretaker“ nach Harold Pinter.

Anfang Januar musste das freie Theater an der Ludwigsallee plötzlich sämtliche geplante Aufführungen vom Spielplan nehmen. Der Grund: Der Rechteinhaber in England und die Witwe Pinters hatten die Inszenierung untersagt, weil Schmidt zwei zentrale Rollen statt – wie in der Originalfassung vorgesehen – mit Männern mit zwei Frauen besetzt hatte.

Trotz gelungener Premiere im Dezember 2013 und viel positivem Feedback aus dem Publikum – die Aufführungen wurden gezwungenermaßen abgesetzt. In den vergangenen Wochen kämpften Schmidt und Co. um die Erlaubnis um Wiederaufnahme. Sie verhandelten mit der deutschen Vertretung des Rechteinhabers, dem Rowohlt-Verlag in Hamburg. „Dort hat man uns wirklich sehr unterstützt“, sagt Schmidt. Geholfen hat es am Ende allerdings nicht: „Caretaker“ darf in der Theater K-Inszenierung nun endgültig nicht mehr gezeigt werden.

Jetzt stehen Schmidt und ihre Mitstreiter vor der großen Herausforderung, für die anberaumten Termine in den nächsten Monaten Ersatz zu finden. Zumindest für den kommenden Februar ist das bereits gelungen. Das Theater K nimmt das moderne Märchen „Komische Käuze“ der Schweizer Theater-Compagnie Gangwerk wieder auf. Darin begegnen einem Mann auf seinem Weg zwei verlassene, frierende Vögel.

Der Mann gewährt ihnen Obhut unter seinem Hut. Sorglos zieht er weiter – zur Hut-zieh-Straße. Wer dort seinen Hut nicht zieht, der muss mit schlimmsten Konsequenzen rechnen. Doch mit den Vögeln unter seinem Hut führt der Mann einen klaren Verstand – und den möchte er auch angesichts der Drohungen der Königin und ihres Untersekretärs nicht wieder hergeben.

Das Stück ist am 6., 7., 8., 9., 12., 19., 20., 21. und 23. Februar zu sehen. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr (sonntags um 17 Uhr). Bei den Aufführungen an den Samstagen und Sonntagen gibt es für die Zuschauer ein gemütliches Abendbrot mit Wintersuppe.

Verzicht auf weitere Tantieme

Vorerst sind die Spieltermine also gerettet. Und auch weitere Zahlungen stehen für Schmidt nicht an. „Der Verlag verzichtet auf die Tantiemen für die Termine, die nun ausfallen.“ Den Schock der Absetzung sitzt allerdings immer noch tief.

„Die Schauspieler waren wie paralysiert. Und auch viele Zuschauer sind fassungslos und verstehen nicht, warum man sich gegen so eine Bearbeitung derart zur Wehr setzt.“ Wobei Schmidt durchaus einräumt, dass sie es versäumt hat, sich in England die Zustimmung für die Umarbeitung einzuholen. „Das habe ich unterschätzt und werde es in Zukunft stärker beachten.“

Jetzt heißt geht es aber erstmal darum, auch für die „Caretaker“-Termine im März Ersatzstücke zu finden. Da wird das Theater K wohl in die Wiederauflage-Kiste greifen. Schließlich gebe es viele Produktionen, die die Zuschauer gerne noch mal sehen würden.

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