Aachen - Theater Aachen: Der nächste Akt folgt nach dem Sommer

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Theater Aachen: Der nächste Akt folgt nach dem Sommer

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Vorläufiges Aufatmen am Theater: Die Stadt wird die Kosten für die jüngsten Tariferhöhungen der rund 300 Theatermitarbeiter nun wohl doch übernehmen.

Darauf läuft ein Beschluss hinaus, den die Politiker im Betriebsausschuss für das Theater am Donnerstag einstimmig fassten, und demzufolge das hauseigene Budget für die neue Spielzeit nicht durch die Tarifsteigerungen belastet werden soll. Ungeklärt bleibt jedoch, was sich die Aachener ihr Theater künftig überhaupt noch kosten lassen wollen. Diesem Thema will sich die Politik erst nach der Sommerpause zuwenden.

Beigelegt wurde zunächst jedoch der Dissens zwischen Theaterleitung und Kämmerin, wer die Tariferhöhungen bezahlen muss, die mit rund einer halben Million Euro zu Buche schlagen. Während die Kämmerin zunächst entsprechende Einsparungen vom Theater erwartet hatte, hat die Politik gestern ein anderes Signal gesetzt. Abstriche am Theater wird es in diesem Jahr nicht geben. Im Sommer will man klären, wie die Zusatzkosten gestemmt werden.

Zugleich wollen die Politiker dann auch grundsätzlich über die Finanzausstattung des Theaters reden. Man müsse „Mechanismen für die Zukunft entwickeln”, um dem Theater immer wiederkehrende Krisendiskussionen zu ersparen, sagte Kulturdezernent Wolfgang Rombey. Er machte zugleich deutlich, dass sich nicht etwa das Theater in einer Krise befinde. Im Gegenteil: Er lobte die hohe Qualität und den guten Besucherzuspruch. Problematisch sei vielmehr die „katastrophale Einnahmesituation” der Städte. Weil sie unterfinanziert sind, sind es auch die Theater.

Tatsächlich laufen dem Stadttheater inzwischen die Kosten weg. Mit rund 15 Millionen Euro jährlich subventioniert die Stadt derzeit das Haus, doch das reicht nicht mehr. Einsparungen seien nicht mehr möglich, ohne dass dies auf Kosten der Qualität gehe, sind sich Theaterleitung, Kulturbetrieb und Kulturpolitiker einig.

Das Theater benötige „langfristige Zusagen und keine neuen Krisenszenarien”, sagte Sibylle Reuß (SPD). Die Kultur gehöre in den anstehenden Spardebatten nicht zur „Dispositionsmasse”, meinte sie. Das positive Image des Theaters dürfe nicht gefährdet werden.

Unterdessen erklärte Hermann Josef Pilgram (Grüne), dass die Lage diesmal deutlich ernster sei „als in den letzten 20 Jahren”. Er verwies auf das aktuelle Defizit von 60 Millionen Euro im städtischen Haushalt. Möglicherweise drohe schon bald die Haushaltssicherung. Über Wohl und Wehe des Theaters entscheide dann der Regierungspräsident.
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