Aachen - Theater Aachen bringt „Orlando“ auf die Bühne

Theater Aachen bringt „Orlando“ auf die Bühne

Von: GRIT SCHORN
Letzte Aktualisierung:
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Ein Fest für Augen und Ohren soll geboten werden. Das Theater Aachen inszeniert Virginia Woolfs Roman „Orlando“, hier mit Katja Zinsmeister und Philipp Manuel Rothkopf. Foto: Carl Brunn

Aachen. Geradezu abenteuerlich hört sich das an: In der Kammer des Theaters Aachen soll die ungeheure Fabulierlust von Virginia Woolfs Roman „Orlando“ Purzelbäume schlagen. Und das in einer Zeit, in der manchem eher der Titel von Edward Albees Stück „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ bekannt ist als die berühmte britische Autorin selbst (1882-1941).

Der junge Regisseur Paul-Georg Dittrich traut sich jedenfalls: „Wir werden den Riesenwälzer schon lebendig kriegen.“ Dramaturgin Inge Zeppenfeld, die jetzt auch die Schauspiel-Leitung am Theater Aachen übernommen hat, ist sich ebenfalls sicher: „Schließlich sind wir ja schon über vier Monate dabei.

Das Projekt sollte etwas Besonderes sein und allen Beteiligten gefallen.“ Die androgyne Gestalt von „Orlando“ wandert durch fast 400 Jahre, wird als Junge geboren, verwandelt sich später in eine Frau, die nach Woolfs abenteuerlustiger Freundin und Gefährtin Vita Sackville-West gestaltet ist.

Schön und anziehend, wird der 16-jährige Orlando zum Liebling der greisen Königin Elisabeth I., die ihm rät: „Werde nie alt!“

Augen- und Ohrenschmaus

Ein unaufhaltsamer „Bewusstseinsstrom“ (Woolf war die Mitbegründerin des literarischen „Stream of Consciousness“) verbindet verschiedene Epochen, in denen Orlando neue Erfahrungen macht und wechselnde Lebensentwürfe durchläuft.

Für den Regisseur Dittrich ist „Orlando“ so etwas wie „ein gedankliches Ich-Kollektiv“. Gespielt wird dieses „Kollektiv“ von Lara Beckmann, Nadine Kiesewalter, Philipp Manuel Rothkopf und Katja Zinsmeister.

Das überbordende literarische Werk soll zum Augen- und Ohrenschmaus in der Kammer werden, unterstützt sogar durch einen Video-Designer (Steffen Kraska).

„Eine eigene Bildsprache“ will Regisseur Dittrich für dieses „Prosa-Unikat“ finden, und Pia Dederichs (Bühne und Kostüme) sieht in der eher kleinen Kammer viel Platz „für Riesenfantasie und große Nähe zum Publikum“.

Bis 1928 reicht die opulente Handlung, 1928 wurde der Roman auch veröffentlicht. „Wie mit einem Pinselstrich geschrieben“ sei das fantastische Werk, glaubt Dramaturgin Inge Zeppenfeld.

„Wer bin ich“ war die ewige Frage der Dichterin, die am 28. März 1928 im Fluss Ouse (Sussex) den Freitod fand. Die Aufführung dauert 150 Minuten inklusive Pause. Die Premiere ist bereits ausverkauft.

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