Aachen - Textilien und Beton finden zueinander

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Textilien und Beton finden zueinander

Von: Martina Stöhr
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Nahmen mit dem Bund Deutscher Architekten den Neubau des Instituts für Textiltechnik der RWTH genauer unter die Lupe: Prof. Dr. Josef Hegger, Harald Lang, Thomas Habscheid- Führer und Prof. Dr. Thomas Griese (von links).

Aachen. Rund 12,5 Millionen Euro hat der Liegenschaftsbetrieb NRW in den Neubau des Instituts für Textiltechnik der RWTH Aachen an der Otto-Blumenthal-Straße 1 investiert. Laut Prof. Dr. Thomas Gries, Leiter des Lehrstuhls für Textilmaschinenbau, entstand dabei die wohl weltweit größte Fassade aus textilbewehrten Betonsandwichelementen.

Zum ersten Mal wurde eine etwa 600 Quadratmeter große Fassade im industriellen Maßstab mit 216 Elementen aus textilbewehrtem Beton gebaut.

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) bekam jetzt Gelegenheit, den Neubau im Erweiterungsgebiet der RWTH Aachen in Melaten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das Potential der textilen Bewehrung sei bislang längst nicht ausgeschöpft, erklärte Gries. Das Institut beschäftige sich seit zehn Jahren mit der Erforschung dieser neuartigen Bauelemente.

„Jetzt sind wir bereit für deren Anwendung in unterschiedlichen Projekten”, betonte Prof. Dr. Josef Hegger, Institut für Massivbau der RWTH Aachen. Denn textilbewehrter Beton lasse sich in vielfältiger Weise nutzen: sei es beim Fassadenbau, der Herstellung von Möbeln, dem Brückenbau oder dem Innenausbau.

„Leichter und klimaschonender”

Bei den Sandwichelementen für den Fassadenbau werden zwei dünne, textilbewehrte Betonschalen durch einen Schaumkern miteinander verbunden. „Sie haben eine große Tragfähigkeit, sind wesentlich leichter als Stahlbeton und auch klimaschonender”, erläuterte Hegger. Als Umweltprojekt wurde die Entwicklung des neuen Werkstoffs auch von der Europäischen Union gefördert.

Gries und Hegger sind mit den Forschungsergebnissen mehr als zufrieden. Stolz zeigten sie den Besuchern das neue Institut mit seinen einfach strukturierten großen Werkhallen und Maschinen, den unterschiedlichen Forschungsbereichen für technische Textilien- und Faserverbundstoffe, für Biomaterialien und Textilmaschinenentwicklung.

In der ersten Etage fanden Büros, Institusräume und eine Bibliothek Platz. Die gesamte erste Etage ist durch Glasbauarchitektur mit hellen offenen Räumen geprägt und bot ursprünglich viel Platz für gemütliche Ecken, die zum Entspannen einluden oder als Besprechungsecken genutzt wurden.

Inzwischen haben sie zum Teil aber weiteren Büroräumen weichen müssen. Denn das Institut wächst stärkerer als zunächst angenommen.

Das Institut für Textiltechnik hofft jetzt, möglichst viele Interessenten für den neuen Werkstoff zu finden. Denn erst neue Herausforderungen würden letztendlich zeigen, welche Möglichkeiten sich im textilbewehrtem Beton verbergen, meinte Gries.
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