„Teufel in Aachen“: Pfiffiges Schängche lädt ein

Von: Nina Krüsmann
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Aachen. Seit 1921 besteht das Stabpuppenspiel in Aachener Mundart, das in der Barockfabrik am Löhergraben beheimatet ist. Aus der Pflege der Aachener Mundart und des Brauchtums ist die Stadtpuppenbühne nicht wegzudenken, ebenso wie ihr Protagonist, das pfiffige Schängche. Die meist in grüner Dienerkleidung aus den 20er Jahren gekleidete Figur darf in keinem Stück fehlen.

So hat er auch in der vergangenen Spielzeit wieder viele Öcher zum Lachen gebracht. Und mit der ist der künstlerische Leiter Otto Trebels sehr zufrieden: „Wir waren in allen Bereichen sehr gefragt. Die Erwachsenenstücke, ‚Pech & Schwefel‘ und die Karnevalsveranstaltungen sind Selbstläufer.

In den vergangenen Jahren haben wir angesichts der Konkurrenz einen leichten Rücklauf bei den Kinderstücken festgestellt. Nun gibt es auch hier wieder Zuwächse.“

Start mit der Dombausage

Die neue Spielzeit beginnt am Sonntag, 6. Oktober, traditionell mit dem Stück „Der Teufel in Aachen“, welches die Dombausage erzählt. „Da wir im Laufe der Saison so oft danach gefragt werden, bieten wir erstmals eine zweite Vorstellung am 19. Januar an“, sagt Trebels.

Weitere Kinderstücke sind „Der Neuntöter“, eine Öcher Version vom „Tapferen Schneiderlein“ ab 13. Oktober, das Weihnachtsmärchen „Dornröschen“ ab 1. Dezember, „Klöppelezupp“, ein amüsantes, aktionsreiches Stück ab 9. Februar und „Prinzessin Tausendschön“ ab 23. März.

Bei den Erwachsenenstücken am Donnerstagabend um 19.30 Uhr wird ab 10. Oktober das überaus erfolgreiche „Der versiegelte Bürgermeister“ neu aufgenommen. Ab 3. April verspricht Trebels „einen echten Höhepunkt“, die Mozartgeschichte „Schängchen und Signore Salieri“.

Das Stockpuppenkabarett „Pech & Schwefel“ feiert seit 2008 grandiose Erfolge und wird wohl wieder „bis über den Kragenknopf“ ausverkauft sein, meint Trebels. Unter der Leitung von Wendelin Haverkamp beginnt der Veranstaltungsreigen der sechsten Auflage am 5. November.

Das achtköpfige Ensemble hat sich nicht verändert. Hildegard Barner, Gabriele Herschbach, Elfriede Schultz, Albert Baurmann, Paul Drießen, Martin Kreitz, Josef Reuters und Peter Reuters heißen die Spieler, die hinter den Kulissen die rund 60 Zentimeter großen und zwischen sechs und zehn Kilogramm schweren Puppen stemmen. „Das ist körperliche und dramaturgische Meisterleistung“, sagt Spielleiter Trebels. Jede Regung kann allein durch Sprache gezeigt werden.

Das Schängche ist ein Alleinstellungsmerkmal, ein Pfund, mit dem die Stadt wuchern kann: Nur noch zwei Stabpuppenbühnen gibt es im Rheinland, außer Aachen noch das Hänneschen Theater in Köln. „So wie das Schängche gehören traditionell auch Schängches bester Freund, der Nieres und die Marktfrau, dazu.

Insgesamt haben wir rund 50 verschiedene Puppen“, erklärt Trebels. Eine Besonderheit ist, dass die Schängche-Puppe zwei Handstangen besitzt. Sie hat dadurch mehr Bewegungsmöglichkeiten und das kommt ihr auch beim „Alaaf!“- Ruf zugute.

Zum 18. Mal heißt es ab Freitag, 24. Januar, „Öcher fiere met et Schängche Fastelovvend“. „Im Karlsjahr wollen wir mal schauen, ob der alte Kaiser auch Karneval feiern kann“, kündigt Trebels an. Restkarten für die 150 begehrten Plätze im Karneval gibt es am Samstag, 7. Dezember, ab 11 Uhr im Schängche. Infos unter Telefon 0241/432-7417.

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