Terrorverdächtiger: Festnahme verläuft unspektakulär

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Nicht zum ersten Mal taucht die Stadt Aachen im Zusammenhang mit Terrorismusverdacht auf. Vor Jahren waren es der in Burtscheid ansässige und 2002 verbotene Spendensammelverein Al Aqsa, der angeblich Hamas-Aktionen unterstützt hatte, davor die Bilal-Moschee, die Verbindungen zu Moslembruderschaften oder der weitläufigen Familie Bin Laden gehabt haben sollte.

Am Dienstagmorgen sorgte die Festnahme eines 31-jährigen Russen im Zusammenhang mit einer belgischen Fahndungsaktion für Aufregung.

Was hat er mit Aachen zu tun, bewegt er sich in einem entsprechenden Umfeld, etwa den in letzter Zeit vielzitierten Netzwerken? Robert Deller von der Aachener Staatsanwaltschaft verneint diese Fragen: „Nach unseren Erkenntnissen ist das nicht der Fall.” Allerdings sei seine Behörde auch nicht federführend, deshalb stünden auch keine Vernehmungen an: „Wir haben ein Rechtshilfeersuchen und einen europäischen Haftbefehl, den haben wir vollstreckt.”

Nach seiner Kenntnis sei die Festnahme unspektakulär verlaufen: „Die Nachbarn haben überhaupt nichts mitbekommen.” Der Mann habe sich offenbar schon länger in Aachen aufgehalten, er sei ohne Probleme in seiner Wohnung in der Innenstadt festgenommen worden. Deller: „Er hat nicht mit der Handgranate in der Tür gestanden.” Auch hätten keine Spezialeinheiten hinzugezogen werden müssen: „Die Aachener Polizei hat ihn festgenommen.”

Der Mann, gegen den ein Haftbefehl eines Gerichts in Mechelen vorlag, wurde in die Justizvollzugsanstalt in der Soers gebracht. Er wird laut Deller in den nächsten Tagen nach Belgien ausgeliefert. Der Russe soll mit neun anderen im Auftrag einer internationalen islamistischen Gruppe einen Anschlag in Belgien geplant haben.

Die meisten Hausdurchsuchungen soll es in Antwerpen gegeben haben. Zu den aktuellen Terrorwarnungen in Deutschland gebe es keine Verbindungen, sagt Oberstaatsanwalt Robert Deller: „Wir erkennen im Augenblick keine Zusammenhänge.”
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