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Templergraben: Protest gegen Baumfällung zeigt Wirkung

Von: Heiner Hautermans
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Auch sie soll den Umbauplänen
Auch sie soll den Umbauplänen mit Schaffung eines großen Platzes zum Opfer fallen: die viereckige Platanengruppe zwischen Kármán-Auditorium und Hauptgebäude. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Widerstand gegen das Fällen von 33 Platanen am Templergraben zeigt Wirkung. Das Thema wird auf Antrag der Linken noch einmal in der nächsten Sitzung des Mobilitätsausschusses am 15. September behandelt.

Außerdem will die schwarz-grüne Ratsmehrheit das Konzept noch einmal erläutern. Allerdings stehen die Chancen, dass der Fäll-Beschluss zurückgenommen wird, eher schlecht.

Dass sich „durch die Proteste noch etwas bewegt”, darauf hofft natürlich Linken-Ratsherr Andreas Müller. Er weist auch zurück, dass die Linke dem Fällen der Bäume zugestimmt hat, wie das in der letzten Sitzung des Mobilitätsausschusses von der Verwaltung unterstellt worden war.

Der Baubeschluss sei nämlich im Jahre 2009 vor der Kommunalwahl gefällt worden, damals „hatten wir nur beratende Stimme”. Außerdem sei 2009 gar nicht vom Fällen aller, sondern nur einiger Bäume die Rede gewesen, hat er in alten Unterlagen nachgeschaut. Seine Lieblingslösung sei, den Templergraben für den Individualverkehr zu sperren, aber „dafür gibt es keine Lösung”. So habe man der zweitbesten Variante zugestimmt, dem Shared Space, dem zwischen allen Verkehrsteilnehmern fast höhengleich geteilten Raum.

Die Straße vor Super C und Hauptgebäude habe den meisten Fußgänger- und Radverkehr in Aachen, erinnert der Grüne Roland Jahn, Vorsitzender des Mobiliätsausschusses, an die Überlegungen vor einigen Jahren, tatsächlich den Templergraben für Pkw und Lkw zu sperren. Die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, sei eben Shared Space, und dabei sei das Fällen der Bäume nicht zu verhindern.

Das beteuert noch einmal Dezernentin Gisela Nacken gegenüber den „Nachrichten”. Man habe alles ausprobiert, etwa das Baumviereck vor dem Wirtschaftswissenschaftsgebäude durch Umplanungen zu erhalten, durch die Verwendung von Rosten oder den Bau von Brücken: „Aber es geht immer in den Wurzelbereich. Es tut es einfach nicht.” Wenn nicht sicher sei, ob die Platanen die Umgestaltung überlebten, sei es besser, neue zu pflanzen: „Es ist immer traurig, wenn Bäume gefällt werden müssen.”

Gaby Breuer, Verkehrspolitikerin der CDU, verweist darauf, dass auch neue Bäume gepflanzt werden. Die Umsetzung der Pläne werde eine Aufwertung für den ganzen Bereich sein. Sie findet es „nach wie vor in Ordnung”, dass dieser erste Preis eines städtebaulichen Wettbewerbs umgesetzt werde.

Für SPD-Ratsherrn Michael Servos ist eine Umplanung mit dem Erhalt von Bäumen durchaus denkbar. Zwar sei der Prozess schon weit vorangeschritten, doch es komme darauf an, wie hoch der Aufwand sei: „Wenn es geht, sind wir für eine Neuberatung offen.”
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