Aachen - Templergraben: Baustelle nutzt den Fußgängern

WirHier Freisteller

Templergraben: Baustelle nutzt den Fußgängern

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
6442783.jpg
Sieht aus wie ein „Shared Space“, ist aber keiner: Weil der Umbau des Templergrabens sich verzögert hat, laufen die Studenten kreuz und quer durch die Baustelle vor dem RWTH-Hauptgebäude. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mit der Baustelle vor der Tür müsste die RWTH eigentlich ganz zufrieden sein. Immerhin war es ursprünglich ihr Wunsch gewesen, dass die Hochschulangehörigen zwischen dem Hauptgebäude am Templergraben und dem Kármán-Auditorium gegenüber hin- und herlaufen können, ohne vom Verkehr behelligt zu werden. Derzeit geht das ganz gut, weil der Bereich noch abgesperrt ist.

Geplant war das so natürlich nicht. Zum Beginn des Wintersemesters sollte der Umbau des Templergrabens zwischen den Einmündungen Wüllnerstraße und Schinkelstraße eigentlich abgeschlossen sein. Dass es aber etwas länger dauern könnte, hatte sich bereits im Sommer abgezeichnet.

Da wurden die Arbeiten gebremst durch einen erhöhten Gesprächsbedarf zwischen der Stadtverwaltung und der am Templergraben tätigen Baufirma: Man war uneins über die Ausführung der Arbeiten, die Stadt bezweifelte die Tragfähigkeit des Unterbaus.

Inzwischen ist das Schnee von gestern: Bei den einst „unterschiedlichen Auffassungen“ sind sich beide Seiten nähergekommen, „da gibt es jetzt keine Probleme mehr“, sagt Björn Gürtler vom städtischen Presseamt. Die seien „in konstruktiven Gesprächen aus der Welt geschafft“ worden, die Baufirma habe den Nachweis über die Tragfähigkeit des Unterbaus vorgelegt.

Wegen der unterschiedlichen Auffassungen sei es aber eben zu Verzögerungen gekommen, erklärt Gürtler. Die Stadt rechnet aber damit, dass die Arbeiten bald abgeschlossen sind: „Wir gehen jetzt davon aus, dass es Mitte November fertig ist“, sagt Gürtler. Der Bereich bleibe auch deshalb für den Autoverkehr gesperrt, „damit die Baufirma zügig arbeiten kann“.

Kein „Shared Space“ mehr

Aus Sicht der Fußgänger ist derzeit aber wohl keine Eile geboten. Denn für sie hat die Fläche momentan einigermaßen die Aufenthaltsqualität, die den Planern einst vorschwebte. Von einem „Shared Space“ war in den Anfängen die Rede, einem gemeinsam genutzten Raum, den sich Passanten, Radler, Autofahrer und Busse gleichberechtigt teilen sollten. Von dem englischen Begriff haben sich die Planer inzwischen verabschiedet, weil er unter anderem in der Straßenverkehrsordnung gar nicht vorkommt.

Nun wird es eine Tempo-30-Zone, so hat es im September der Mobilitätsausschuss beschlossen. Dessen Vorsitzender Roland Jahn (Grüne) zeigte sich in der Sitzung aber überzeugt, dass sich in der Praxis ein wesentlich geringeres Tempo durchsetzen wird. Die Studenten würden kreuz und quer laufen, „dann wird es ein Shared Space“, so Jahn im Ausschuss.

Derzeit ist das gängige Praxis, weil die Stadt schon zum Semesterbeginn sichergestellt hat, dass das Studentensekretariat und andere Hochschuleinrichtungen erreichbar sind. Und so gibt es einen regen Fußgängerverkehr zwischen Super C, Hauptgebäude und Kármán-Auditorium, auch wenn noch nicht alles fertig ist.

Im Bereich zur Schinkelstraße hin wird noch kräftig gebuddelt, dort haben die Arbeiter ihre Baustelle mit Absperrungen umzingelt. Auf der übrigen Fläche geht es allerdings munter hin und her, vorbei an abgestellten Baufahrzeugen oder gelagertem Material. Der Autoverkehr bleibt hingegen ausgesperrt. Bis Mitte November.

So lange brauchen die kreuz und quer laufenden Studenten ihren Space noch nicht einmal zu sharen, sie haben ihn fast für sich allein.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert