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Taverne „Bacchus": Ein weiterer Traditionswirt verabschiedet sich

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Bacchus
Einer der „letzten Mohikaner“ der griechischen Wirte-Generation: Ende September übergibt Gerassimos Karachalios seine Taverne „Bacchus“ an einen Nachfolger. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das griechische Restaurant Bacchus an der Ecke Rütscher und Roermonder Straße wechselt zum 1. Oktober den Besitzer. Seit jetzt mehr als einem Vierteljahrhundert hat die Familie Gerassimos und Wasoula Karachalios das gastronomische Heft dort in der Hand, die leckeren Gyros-Teller, Nudelaufläufe und klassischen Souvlaki-Spieße sind wie bei jeder griechischen Gaststätte in Aachen die Basis der Speisekarte.

Jetzt aber haben „Mike“, wie er von den Stammgästen üblicherweise genannt wird, und seine Frau Wasoula beschlossen, dass Schluss ist mit der Plackerei an Küche und Tresen, auch die erwachsene Tochter Irini hört zum Monatsende auf.

„Ich möchte allen meinen treuen Gästen danken“, erklärt der Mike mit Nachdruck. Denn wie alle griechischen Gastwirte wird auch er gerade für die klassische Gastfreundschaft des Volkes vom Peloponnes hoch geschätzt. Der 66-Jährige hat eine lange gastronomische Karriere hinter sich.

Wie die Betreiber der inzwischen geschlossenen griechischen Lokale „Pallas“ und „Dinosaurus“, das letztere lag gleich gegenüber, stammt auch Wirt Karachalios aus jener Generation von Griechen, die in der Zeit der griechischen Militärdiktatur der 1970er Jahre oder aus der Zeit direkt danach meist als Studenten nach Aachen kamen, Karachalios ist seit 45 Jahren in Deutschland. Da sie Geld für ihren Unterhalt verdienen mussten, gingen viele in die Gastronomie, machten dann schnell eigene Lokale auf.

So startete auch der Mike zunächst in der damaligen Aachener Kneipenmeile, der Wirchichsbongardstraße, dort ab 1977 mit dem Laden „Zur Goldenen Zwölf“ seinen gastronomischen Werdegang, dann folgte das Hotel „Reichshof“ und schließlich 1988 das Lokal „Bacchus“ an einer Ecke, an der viele Studenten vorbei kamen und noch schnell eine gute Verpflegung brauchten, die sie bei zivilen Preisen auch bekamen.

„Wir haben durch unsere Lage hier an der Roermonder Straße aber auch eine Menge holländischer Gäste und Freunde“, berichtete Mike mit Stolz. Auch sie sollen wissen, dass man bis zum 30. September Zeit habe, sich von dem freundlichen Ehepaar zu verabschieden. Doch keine Bange, es ist für einen Nachfolger gesorgt, der auch die griechische Küche weiterführen werde, erklärte Karachalios sichtlich froh und bezeichnete sich selber in der griechischen Wirte-Generation „als einen der letzten Mohikaner“. Das „Bacchus“ aber als eine Stätte, in der der gleichnamige griechische Weingott sein zu Hause haben soll, werde von einem jungen griechischen Kollegen aus Würselen weitergeführt, berichtet er. Die Taverne geht ab 1. Oktober dann in die Hände von Ipektsidis Kyriakos über.

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