Tausche Zettel gegen „Hexenhäuschen”

Von: Benjamin Jansen
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Die Süßigkeitengewinner und die Wünschesammler: Miguel Borsten und Benedikt Bongartz (vorne) profitierten als erste von der Aktion der Aachener Engel, die Marko Schultz (v. l.), Peter Reinartz, Martin Lücker, Günter Faußner, Agata Wardacka, Annette Mertes und Gerti Bechmann auf die Beine gestellt haben. Foto: B. Jansen

Aachen. Ein Wunsch für Aachen? Da müssen Benedikt Bongartz und Miguel Borsten nicht lange überlegen. „Ich wünsche mir, dass die Fußballplätze in der Stadt wieder in Ordnung gebracht werden”, sagt Miguel. Und Benedikt ergänzt: „Das gilt auch für die Spielplätze. Ein paar neue Geräte wären nicht schlecht.”

Da sich die beiden Zwölfjährigen Gedanken darüber gemacht haben, wie man Aachen „kinderfreundlicher” gestalten kann, werden sie mit Süßigkeiten geradezu überschüttet: Fruchtgummi, Marshmallows, Lutscher und Bonbons befinden sich in ihrem „Hexenhäuschen”, dass die Aachener Engel prall gefüllt haben. „Wir wollen wissen, was den Kindern in Aachen auf dem Herzen liegt. Wer seinen Wunsch auf einen Zettel schreibt und ihn an einen der Weihnachtsbäume hängt, erhält deshalb jede Menge Leckereien”, erklärt Martin Lücker, Vorsitzender und Initiator der Aachener Engel, der die Aktion „Kinderwünsche für Aachen” ganz spontan ins Leben gerufen hat.

Seit gestern hängen die ersten beiden Zettel an Weihnachtsbaum Nummer eins in der Schmiedstraße. Und es sollen viele weitere folgen: Mehr als 500 „Hexenhäuschen” halten die Aachener Engel für alle Kinder bereit, die fleißig ihre Zettel ausfüllen. „Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es viele Kinderwünsche gibt, die zu realisieren sind”, ist sich Lücker sicher. Um dafür eine Öffentlichkeit zu schaffen, können Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren ihre „Wunschzettel” bis Heiligabend an den Tannen anbringen und sich im Anschluss ihre klebrige Belohnung abholen. „Kindsköpfige Siebzehnjährige werden wir nicht wegschicken, wenn sie einen Wunsch haben”, sagt Lücker schmunzelnd.

Und das Mindestalter? „Schreiben können sollten sie schon”, erklärt der Engel-Vorsitzende. Denn nur in schriftlicher Form werden die Wünsche wahrgenommen. Übrigens, eine Studie des Instituts für Soziologie an der RWTH Aachen hat ergeben, dass sich Schulkinder vor allem eines wünschen: mehr Sicherheit. Auf Platz zwei folgt der Wunsch nach kostenloser Nachhilfe.

„Wenn du Kinder ein bisschen begleitest, können sie viel erreichen”, sagt Martin Lücker. „Durch die Zettel können wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Kinder auch gehört werden.” Spätestens beim Aufreißen der Süßigkeiten-Tüte dürften auch die letzten Passanten, die durch die Schmiedstraße spazieren, auf die Zettelbäume aufmerksam werden.
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