Aachen - Taktile Hilfen an der FH: Weg zum Hörsaal ertasten

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Taktile Hilfen an der FH: Weg zum Hörsaal ertasten

Von: Jule Klieser
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Eine Art steinerne Noppen-Fußmatte führt in das Innere des Fachhochschul-Gebäudes. So können sich stark sehbehinderte Menschen besser orientieren. Sie fühlen, wo sie gehen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Seit Oktober vergangenen Jahres ist das neue Hörsaalgebäude der Fachhochschule Aachen an der Eupener Straße in Betrieb. Zum Haus hin führen farblich abgesetzte, stark gerillte Pflaster-Streifen, die vor dem Eingang in eine Art steinerne Noppen-Fußmatte münden. Das sind Bodenmarkierungen für Blinde und Sehbehinderte, die mit dem Stock oder mit den Fußsohlen ertastet werden können.

Diese sogenannten taktilen Hilfen sind jetzt bei einem Pressegespräch vorgestellt wurden. Im neuen Hörsaalgebäude werden die Sehbehinderten per Bodenleitsystem zu einer Infokonsole neben dem Aufzug geleitet. Hier können sie den Gebäudegrundriss inklusive der Notausgänge ertasten. Außerdem sind die Türschilder der Hörsäle mit Blindenschrift versehen.

Für die Installierung der taktilen Hilfen hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) mit Niederlassung in Aachen in Zusammenarbeit mit dem Berufsförderwerk Düren gesorgt. „So können sich Menschen mit Sehbehinderung selbstständig im öffentlichen Verkehrsraum und im Gebäude bewegen“, freute sich Ute Willems, stellvertretende Leiterin der Aachener BLB-Niederlassung. „Zwischen dem Altbau und hier strömten die Menschen hin und her. Draußen ist eine Rampe entstanden für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte, für die Sehbehinderten gibt es Orientierungshilfen zwischen den Gebäuden“, erläuterte der Projektverantwortliche Oliver Schön vom BLB.

Das Berufsförderwerk Düren kümmert sich um die berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen. Rund 200 Menschen aus ganz Deutschland werden dort jährlich umgeschult oder durch andere Maßnahmen fit für den Arbeitsplatz gemacht. Mobilitätstrainer Harry Brandt vom Berufsförderwerk hat die taktilen Hilfen für das neue FH-Gebäude entwickelt.

Zwei Hörsäle und vier Seminarräume mit 1000 Hörsaalplätzen stehen den Fachbereichen Elektrotechnik, Informationstechnik und Wirtschaftswissenschaften im neuen Gebäude zur Verfügung. „Es gibt keine Zahlen darüber, Studierende auf taktile Hilfen angewiesen sind“, sagt Arnd Gottschalk von der Pressestelle der FH.

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