Aachen - Tafel weist auf die Via Regia hin

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Tafel weist auf die Via Regia hin

Von: Nina Krüsmann
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Enthüllen ein Schild über die Via Regia in Seffent: BezirksbürgermeisterChristian Krenkel, Dietmar Kottmann (Heimatfreunde), Gestalter Christopf Laschet (v.l.) Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Historie ist im malerischen Seffent überall präsent. Nach fünf bereits errichteten historischen Informationstafeln unter dem Generalthema „Entlang der Via Regia“ ist nun die Tafel für den malerischen Weiler Seffent, dem karolingischen „Septem fontes“, fertig geworden.

Die Laurensberger Heimatfreunde und Bezirksbürgermeister Christian Krenkel enthüllten jetzt feierlich das Schild an der Einmündung der Straße Seffenter Berg in die Schurzelter Straße gegenüber dem Wegekreuz.

Dietmar Kottmann, Vorsitzender der Laurensberger Heimatfreunde, erläuterte den historischen Hintergrund: „Auf der von Aachen nach Maastricht führenden Via Regia, der sogenannten Königstraße, bestand nach der Schrift Einhards zur Übertragung der Gebeine der Märtyrer Petrus und Marcellinus schon zu Lebzeiten Karls des Großen lebhaftester Verkehr von Kaufleuten und von Einheimischen.“ Jahrhunderte-lang sei die Straße eine wichtige Fernstraße gewesen, die unter Königsschutz stand. Daher stammt der Name „Königstraße“.

Die Via Regia gehört ebenfalls zum europäischen Netz der Jakobspilgerwege. „Seffent ist einer der nach der Hofgüterordnung, dem Capitulare de Villis, anzunehmenden Nebenhöfe, die die Versorgung der Pfalz Aachen neben dem dortigen Wirtschaftshof sicherzustellen hatten“, betont Kottmann, welch besondere Bedeutung dem Ort einst zukam. Die historischen Gebäude sind heute zum Teil erstaunlich gut erhalten und fallen Spaziergängern und Wanderern sofort ins Auge. „Ich freue mich sehr, dass durch die neue Tafel die historischen Bezüge zwischen dem Ortsteil und seiner Umgebung hergestellt werden“, sagte Krenkel. Mit 3000 Euro habe der Stadtbezirk Laurensberg die Anschaffung unterstützt. Hans Bücken und Jakob Grooten waren inhaltlich verantwortlich, gestaltet wurde die Tafel von Christoph Laschet.

„Seffent lag zwar etwas abseits der belebten Via Regia. Die von dort aus bewirtschafteten Felder reichten jedoch seit eh und je noch darüber hinaus“, erklärt Kottmann weiter. Als einziger werde dieser karolingische Eigenhof in Seffent auch in einer karolingerzeitlichen Urkunde erwähnt. „König Zwentibold, als natürlicher Sohn König Arnulf von Kärntens ein Ururenkel Karls des Großen, schenkte diesen königlichen Besitz samt Zubehör und dem damit verbundenen Fronhof Schurzelt seiner Verwandten Gisela, der Äbtissin der Reichsabtei in Nivelles südlich von Brüssel.“

Die alten Höfe des Weilers Seffent sind im Laufe der Jahrhunderte aus dem ehemaligen Herrenhaus, der Burg, dem Wirtschaftshof, der Werkstatt, der Schäferei und der Unterkunft der Bediensteten entstanden. „Das Besondere ist, dass dieser Ort auch heute noch von seiner Historie erfüllt ist. Die vielen verschiedenen ehemaligen Funktionen der Gebäude sind immer noch erkennbar“, sagt Kottmann. Der ehemalige Herrenhof, wo sich heute die Burg befindet, der Wirtschaftshof und die Räume für die Bediensteten, der „Hof Büttel“, haben heute alle eigene Bestimmungen, werden zum großen Teil privat bewohnt.

Demnächst in Orsbach

Das reiche Wasservorkommen gab dem Ort den Namen nach dem lateinischen „septem fontis“, den sieben Quellen, die auch ein Naturdenkmal sind. Zwei Mühlen gab es einst: „Unter dem Wegkreuz ist ein alter Mühlstein verborgen und auch in der Gastronomie Sieben Quellen wurde eine zerbrochene Mühle entdeckt“, erklärt Kottmann. Die heutige Straße durch Seffent wurde erst um 1900 gebaut. Vorher ging es nur über den Pontweg nach Aachen. Das neue Schild ist bereits das fünfte, das die Heimatfreunde aufstellen. In Melaten und Lemiers beschreiben bereits Doppelschilder die dortige Historie und auch am Hexenberg ist ein Hinweis auf die Geschichte zu finden. „Als nächstes werden wir ein Informationsschild in Orsbach errichten“, sagt Kottmann.

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