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Tabus brechen und Solidarität zeigen

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Sie setzen ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen (von links): Ellen Begolli, Agnes Zilligen, Daniela Jansen, Kathrin Feldmann, Maria Drees, Annette Pütz, Loni Finken und Stefanie Müller. Foto: Harald Krömer

Aachen. Um gemeinsam ein deutliches „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ auszusprechen, haben sich verschiedene frauenpolitische Organisationen unter Federführung der SPD-Landtagsabgeordneten Daniela Jansen zusammen getan: An einem Infostand am Elisenbrunnen wollen sie am Montag, 26. November, von 15 bis 17 Uhr die Gewalt an Frauen in den Mittelpunkt rücken und über ihre Arbeit sprechen.

Laut Statistik wird in Deutschland jede vierte Frau in ihrem Leben einmal Opfer von häuslicher Gewalt. Schaut man über die Grenzen, werden die Zahlen noch dramatischer. Nach einer Statistik der Vereinten Nationen werden weltweit bis zu 70 Prozent der Frauen einmal im Leben Opfer von häuslicher Gewalt.

Der Frauennotruf und der Verein „Frauen helfen Frauen“ kennen die Problematik aus allernächster Nähe. „Bei der sexualisierten Gewalt kommen allerdings nur fünf Prozent der Straftaten zur Strafanzeige“, meint Agnes Zilligen vom Frauennotruf. Das Thema müsse weiter enttabuisiert werden. Außerdem wünscht sie sich adäquate finanzielle Rahmenbedingungen, um effektiv helfen zu können.

Die Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ verzeichnet derweil einen drastischen Zuwachs an Beratungsgesprächen nach dem Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes im Jahre 2002. Es wird die Beratungsstellen freuen, dass die Grünen in der häuslichen Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Problem sehen. Deren frauenpolitische Sprecherin, Katrin Feldmann, fordert eine neue Gesetzgebung und sieht beispielsweise in der Finanzierung von Frauenhäusern eine staatliche Pflichtaufgabe.

Die Schaffung von Lobby und Öffentlichkeit ist laut Loni Finken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen, ein probates Mittel, um die betroffenen Frauen zum Reden zu bewegen.

Erst wenn sie begreifen würden, dass sie nicht das einzige Opfer häuslicher Gewalt sind, könnten sie über ihre Erfahrungen reden. Ein Kind, das von Gewalt betroffen sei, habe früher sieben Mal von seinen Erfahrungen erzählen müssen, bevor es ernst genommen wurde. Heute liege die Zahl bei drei.

Tabus brechen, Solidarität zeigen und informieren: Das ist die Formel, mit der Beratungsstellen, Gleichstellungsbüro, SPD, CDU, Grüne und die Linke gemeinsam gegen häusliche Gewalt mobil machen wollen. Dass sie das nicht am offiziellen Tag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“, der am gestrigen Sonntag begangen wurde, sondern einen Tag später, hat einen einfachen Grund: Sie erwarten am heutigen Montag einfach mehr Zulauf.

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