Suermondt-Park soll Herz desViertels werden

Von: Werner Czempas
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Stellten den ersten Entwurf des „Quartiersparks für alle“ vor: Isabell Mehlwurm, Karin Hahnbück, Renate Prömpeler und Christoph Ruckert (v. l.) von der Stadt Aachen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Pläne sind vielversprechend: In der Nähe des Kaiserplatzes soll ein neuer Park entstehen. Der „Suermondt-Park“ wird sich entlang der Richardstraße bis in die Martin-Luther-Straße erstrecken. „Wir wollen hier das grüne Herz des Quartiers schaffen“, versprach Christoph Ruckert vom Umweltdezernat bei einer Bürgerinformation im Matin-Luther-Haus.

Das Stadtviertel im weiten Umfeld der Wilhelmstraße hat mehr Grün auch dringend nötig. Dicht bebaut, auch in den Hinterhöfen mit Anbauten und Garagen, ohne Gärten, bietet das Quartier den vielen dort wohnenden Menschen weder öffentliche noch private Freiräume. Die beiden heutigen Spielanlagen an der Richard-straße und eine kleinere am Eck Gottfriedstraße/Martin-Luther-Straße weisen erhebliche Defizite auf und sind in die Jahre gekommen. Ihr Hinterhofcharakter wirkt abweisend, Spielgeräte sind vergammelt, der Bolzplatz steht bei Regen unter Wasser. Die Flächen sind schlecht einsehbar, mangelhaft beleuchtet, unsauber. Suchtkranke suchen und finden finstere Winkel, so dass die Anlagen heute mehr Angst- denn Freiräume sind.

Das soll sich gewaltig ändern. Nach dem Abriss eines alten Gewerbebaus an der Richardstraße packt die Stadt die Gelegenheit beim Schopfe, um eine zusammenhängende Spiel-Park-Landschaft zu entwickeln. Kern wird ein durchgehendes Wegenetz sein, das sich wie ein Parkbogen durch den „Quartierspark für alle“ schlängelt und ihn licht und frei nach allen Seiten hin öffnet. Christoph Ruckert: „Hauptelement ist eine Belebung der Flächen. Es soll ein Park für viele Leute und alle Altersgruppen werden.“ An der Kreuzung Richardstraße/Gottfriedstraße/Martin-Luther-Straße erhält der Park einen neuen Haupteingang. Der heutige Autoparkplatz wird dadurch mit neuer Zufahrt etwas verkleinert. Das Wegenetz ermöglicht den schnellen Eintritt in den Park auch von der Wilhelmstraße her.

Sand- und Wasserfläche

An der Richardstraße soll Leben auch in die düstere, problematische Ecke der heutigen Anlage kommen. Spielskulpturen, Drehscheiben etwa, werden aufgestellt. Für die derzeit hässlichen Seitenwände bietet sich eine Kletterwand an. Wegbegleitend wird eine neue Beleuchtung alle Ecken ausleuchten. Ein Bolzplatz und ein Basketballfeld werden nebeneinanderliegend komplett neu gestaltet. In der Mitte wird eine Sand- und Wasserfläche liegen, wo Kleinkinder im Matsch spielen können. Sitzplätze laden zum Picknicken oder Lesen ein. Am Rand lockt ein Turm mit steiler Freifall-Rutsche Wagemutige, er gilt aber vielfach erprobt als absolut sicher.

Bis auf zwei Bäume, die Stammschäden aufweisen, wird der „sehr gute alte Baumbestand“ (Ruckert) an der Richardstraße erhalten. Der Gemeinschaftsgarten, den Nachbarn auf dem Gelände des abgerissenen Gewerbebaus angelegt haben, wird durch das Wegenetz in den Park eingebunden, ein Wasseranschluss gelegt, Sitzgelegenheiten werden geschaffen. Die benachbarte Hundewiese, heute eher ein morastiger Acker, wird leicht verkleinert. Schräg gegenüber wird der nördliche und kleinere Teil des neuen Quartierparks jenseits der Kreuzung an der Martin-Luther-Straße zur Umgebung hin ebenfalls geöffnet. Die Platten-Fläche wird entsiegelt und barrierefrei, Rundbänke werden aufgestellt.

Verkehrsführung erst 2016

Für den Straßenraum liegen mehrere Varianten vor. Grundgedanke: Der Kreuzungsbereich Gottfriedstraße/Richardstraße/Martin-Luther-Straße wird „aufgepflastert“ und damit zur für Fußgänger, Rad- und Autofahrer gleichberechtigten, verkehrsberuhigten Zone (5 – 7 km/h). Pflanzflächen machen auf die Zone aufmerksam, Sitzsteine grenzen für Fußgänger optisch den Gehweg ab. Eine Lösung sieht vor, die Richardstraße komplett aufzupflastern, wobei anliegendem Gewerbe das Be- und Entladen möglich sein wird.

Nach dem Vorstellen des „ersten Entwurfs“ folgte eine Diskussion, an der sich viele der rund 50 Bürger lebhaft beteiligten. Die Pläne wurden durchweg mit Beifall aufgenommen. Mehrere Fragen drehten sich ums Parken und Wenden, wenn etwa die Richardstraße ganz aufgepflastert und an der Lothringerstraße durch Poller abgetrennt würde. Der gepflasterte Kreuzungsbereich kann wie bisher befahren werden, Zu- und Abfahrten „bleiben wie heute“. Wie später die Zufahrten vom Kaiserplatz her zu regeln sind, kann laut Dezernentin Gisela Nacken erst nach der Fertigstellung des Geschäftskomplexes „Aquis Plaza“ geklärt werden. Die endgültige Verkehrsführung werde 2016 entschieden, während mit der Parklandschaft im nächsten Jahr begonnen werde. Nach den Bürgern ist die Politik an der Reihe. Ab September werden die Ausschüsse des Stadtrats beraten. Die Kosten für den Quartierspark werden auf 750.000 Euro geschätzt.

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