Südviertel: Die Lkw sind nicht zu vertreiben

Von: Alfred Stoffels
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Nichts zu machen, sagt die Stadt, schwere Laster müssen auch im Südviertel weiter über den Außenring fahren dürfen (Bild: Siegelallee). Vor Gericht ist derweil eine Klage von Bewohnern anhängig. Foto: Harald Krömer

Aachen. Seit Jahr und Tag beschweren sich die Anlieger von Siegelallee und St. Vither Straße über ständig zunehmenden Lkw-Rumpelverkehr, eine Bürgerinitiative wurde gegründet, vor Gericht ist die erste Klage anhängig, die CDU ist den genervten Bewohnern per Antrag beigesprungen, doch die Stadt Aachen hat jetzt erneut signalisiert: Nichts zu machen.

Auf Durchgangsstraßen kann man den Durchgangsverkehr nicht so einfach beenden. Auch deswegen nicht, weil dann natürlich andere Bürger in gleicher Weise belästigt würden.

Intensiv haben sich Stadt Aachen, Polizei, Regierungspräsident und Landesbetrieb Straßenbau mit dem Thema „Verkehrslenkende Maßnahmen zur Reduzierung des Schwerlastverkehrs im Südviertel” beschäftigt, denn auch auf Eupener Straße und Luxemburger Ring soll es zunehmend rundgehen.

Stichwort: „Mautausweichverkehr” - Brummilenker sollen angeblich massenhaft die Autobahn verlassen, um einen Teil der Gebühren zu sparen.

Diese Wahrnehmung wird allerdings vom Landesbetrieb Straßenbau stark angezweifelt. Er weist darauf hin, dass in der Nähe der Grenzübergangsstelle Köpfchen eine Dauerzählstelle zur Ermittlung der Verkehrsstärken liegt, und dort habe man seit Einführung der Lkw-Maut in Deutschland (1. Januar 2005) keine Auffälligkeiten registriert - die Werte für den SGV (schwerer Güterverkehr) hätten sich kaum verändert.

Auch bei der Stadt Aachen ist man eher skeptisch. „Nach hiesiger Einschätzung”, so heißt es in einer Stellungnahme für den Verkehrsausschuss, sei es unwahrscheinlich, „dass Fahrzeuge im internationalen Frachtverkehr vor der deutschen Grenze die Autobahn verlassen, um über lange Strecken auf Bundes- und Landesstraßen weiterzufahren”.

Wenn es also mehr Laster auf Bundes- und Landesstraßen im Stadtgebiet gebe, dann sei dieser Vorgang auf „regionale Verkehre” zurückzuführen.

Dann wird die Stadtverwaltung grundsätzlich: Aufgrund der geltenden „Netzkonzeption” gebe es keine Möglichkeit, den Schwerlastverkehr auf dem Außenring zu reduzieren, „ohne andere innerstädtische Straßen mit entsprechendem Mehrverkehr zu belasten”.

Zudem bestehe „ein erhebliches öffentliches Interesse” daran, den Außenring in seiner heutigen Funktion zu bewahren, diene er doch der Erhaltung des Wirtschaftsstandortes Aachen und der Versorgung der Bevölkerung mit Waren - es handele sich also nicht um „unterdrückbaren Freizeitverkehr”.
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