Südausgang: Jetzt ist der Tunnel wieder Favorit

Von: Heiner Hautermans
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Hauptbahnhof und Vorplatz waren 2005 für etwa 20 Millionen Euro umgebaut worden, dabei wurde auch der Tunnel zu den Gleisen freundlicher gestaltet. 2016 soll er verlängert werden.

Aachen. „Ich glaube, dass Baubeginn frühestens 2016 sein wird“, prognostizierte Planungsdezernentin Gisela Nacken am Montag für einen Dauerbrenner der Kommunalpolitik: den Südausgang Hauptbahnhof. Dahinter verbirgt sich nicht mehr und nicht weniger als eine bessere Anbindung Burtscheids an den Schienen-Verkehrsknotenpunkt.

Ein Projekt, das schon im letzten Jahrtausend auf der Agenda stand. 1999 tauchte es zum ersten Mal auf, damals noch unter „Rahmenplan Hauptbahnhof“ firmierend. Auch damals machten sich Planer Gedanken über eine Verlängerung des Personentunnels im Hauptbahnhof in Richtung Burtscheid. Weil man unter anderem Probleme mit dem Durchbruch der hinteren massiven Stützwand befürchtete, verschwand das Projekt aber wieder in der Versenkung.

Nach zwölf Jahren tauchte es wieder auf. Diesmal allerdings nicht als Tunnel, sondern als Brücke über die Gleise. Doch schon wieder tauchten technische Probleme auf, diesmal war die Hauptstromleitung der Bahn im Weg, die Verlegung wäre ein teurer Spaß geworden. Also wurde der Durchstich wieder aus der Klamottenkiste geholt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Und siehe da: Es geht.

Eine Verlängerung des vorhandenen Tunnels um zwölf Meter und die Konstruktion einer Treppenanlage und eines Aufzugs in Richtung Burtscheid sind machbar, so das Ergebnis der Untersuchungen eines Ingenieurbüros. Die etwa zwei Meter dicke Wand kann unterfangen und durch Träger abgestützt werden, dahinter eine trapezförmige Treppe angelegt werden, die die zwölf Meter Höhenunterschied bis Burtscheid in 79 Stufen überwindet.

Der Fahrgast gelangt dann auf einen kleinen Platz mit Kiss-and-Ride-Plätzen, Fahrradständer, Taxi-Stellplätzen und Behindertenplätzen. Auf die Kasinostraße gelangt er über einen Durchbruch durch den Bunker an der Kasinostraße, der zu Wohnzwecken umgebaut werden soll. Parallel zu den Gleisen soll auf Burtscheider Seite auch ein Rad- und Fußweg angelegt werden, auch die Kasinostraße soll bei der Gelegenheit umgebaut werden.

Die Tunnellösung hat nach Ansicht der Verwaltung einige Vorteile. Sie ist mit 3,37 Millionen Euro deutlich preiswerter als die Brückenlösung (4,51 Millionen) und dürfte auch im Unterhalt günstiger sein, da nicht drei, sondern nur ein Aufzug gebaut werden muss.

Außerdem sei die soziale Sicherheit größer, da die Fußgängerströme im Tunnel gebündelt würden, ein weiterer Pluspunkt ist, dass durch die Tunnelverlängerung der Bahnbetrieb am wenigsten beeinträchtigt wird. Die Bauzeit beträgt vergleichsweise knappe neun bis zehn Monate, während dieser Zeit müsste lediglich das Gleis 9 für drei bis vier Wochen gesperrt werden.

Bahn ebenfalls für Tunnel

Die Stadtverwaltung wird diese Variante, die auch von der Bahn favorisiert wird, deshalb dem Mobilitätsausschuss empfehlen, der sich am Donnerstag, 10. April, mit dem Thema beschäftigen wird. Der Baubeginn 2016 setzt aber voraus, dass dort die Zustimmung erteilt wird, die endgültige Planung rasch erfolgt und Zuschüsse bewilligt werden.

Dieser Ablauf korrespondiert mit einem weiteren Projekt für Gleis 9: Der ICE-Halt für die dringend erwünschte Zugverbindung nach London. Nacken: „Die Lieferung der Fahrzeuge durch Siemens hat sich so herausgezögert, dass sich vor 2016 nichts tut.“

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