Aachen - Sturm der Entrüstung nach rassistischem Facebook-Eintrag

Sturm der Entrüstung nach rassistischem Facebook-Eintrag

Von: Heiner Hautermans
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shitstorm symbol dpa
Entrüstungssturm: Das Wort Shitstorm wurde 2011 zum Anglizismus des Jahres gewählt. Foto: dpa

Aachen. Für einen Sturm der Entrüstung („Shitstorm“) sorgt derzeit ein Facebook-Eintrag einer Aachener Boutique-Besitzerin. „Boah ... diese Afros haben so eine bescheuerte Art an sich... kommen rein, wollen nur reduzierten Kram und dann ‚kannst du reservieren, eine Woche?‘ ... Hausverbot für alle Bimbos!!!“, schrieb die Geschäftsfrau aus der Innenstadt vor einigen Tagen auf ihrer Facebook-Seite.

Immerhin 29 Personen posteten daraufhin, dass ihnen dieser Eintrag gefällt, andere legten dagegen mit heftiger Kritik los, etwa „der Stamm Aachen“, der Name und Adresse der Boutique veröffentlichte, für diejenigen, die der Inhaberin mal die Meinung sagen möchten. „Sun Sun Zucker“ äußert sein Bedauern, „dass wir immer noch von Rassismus umgeben sind“, und ein Patrick W. fordert dazu auf: „Wir laufen der am Samstag mal die Bude ein“.

Spätere Kommentare auf Facebook werden deutlicher: „Widerlich. Ich würde keinen Fuß in diesen Rassistenladen setzen“ oder „Wann startet der Räumungsverkauf?“, aber auch „Der Kiesel in die Scheibe kracht, das .... wird dichtgemacht.“ Auch vom „Nazi-Drecksgeschäft“ ist die Rede und „Einpacken und dichtmachen“ lautet eine Empfehlung. Die Frage wird auch gestellt, ob es sich um geballten Frust nach einem langen Arbeitstag oder eine rassistische Entgleisung handelt.

Mehrere Versuche der „Nachrichten“, mit der Geschäftsfrau in Kontakt zu treten, blieben am Dienstag ohne das gewünschte Ergebnis. Sie reagierte weder auf Anfragen per Mail, Fax oder Handy, auch das Geschäft war nachmittags verschlossen, der handgemalte Zettel „bin leider erst ab 17 Uhr wieder da, aber dann bis 19 Uhr“ stellte sich um 18 Uhr als falsch heraus.

Eine Anfrage bei der Polizei, ob durch die Internet-Einträge möglicherweise eine strafrechtliche Grenze überschritten ist, blieb am Dienstag noch ohne Antwort. Man habe den Vorgang gesichtet, an das darauf spezialisierte Kommissariat Rechtsmotivierte Kriminalität weitergeleitet und zur juristischen Bewertung der Staatsanwaltschaft vorgelegt, teilte Sprecherin Sandra Schmitz mit. In Frage kommen Tatbestände wie Beleidigung, beziehungsweise Aufforderung zu Straftaten bei den Kritikern.

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