Aachen - Stürze über die Quader sind doch nicht so selten

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

Stürze über die Quader sind doch nicht so selten

Von: Alfred Stoffels und Benjamin Jansen
Letzte Aktualisierung:
stolper_bu
Steine des Anstoßes: Die Zahl der Unfälle an und mit den Steinquadern in der Ursulinerstraße scheint größer als gedacht. Die Stadt denkt über Entschärfungsmaßnahmen nach. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Stadt hat ihre Behauptung, die Blausteinquader in der Fußgängerzone Ursulinerstraße hätten bislang nur einen einzigen Sturz zur Folge gehabt, nicht aufrecht erhalten können. Ein halbes Dutzend Anrufe von ebenfalls gestolperten Passanten wurde am Dienstag eingeräumt, die sich allerdings übers ganze Halbjahr verteilt hätten.

Bei den „Nachrichten”, die am Dienstag über den schweren Sturz einer 52-jährigen Frau aus Herzogenrath berichtet hatten, häuften sich allerdings die Hinweise, dass es ziemlich regelmäßig zu unliebsamen Begegnungen zwischen Mensch und Blaustein kommt.

Besonders brenzlig ist die Situation vor Butlers. „Wir haben hier schon einige Leute stürzen sehen, auch ohne Weihnachtsgedränge”, berichtet Filialleiterin Stephanie Rothe von zwei schweren Unfällen in den Sommermonaten. Ein Stück weiter oben, an der Ecke zum Münsterplatz, brausen Passanten ebenfalls in regelmäßigen Abständen um die Kurve, ohne an die Stolperfallen zu denken, erzählen Augenzeugen bei Nobis.

Dabei ist das Risiko im Vorweihnachtsstress am größten, weil der Weg häufig von Menschenmassen versperrt ist und die Steinquader kaum zu sehen sind. „Die Dinger sind weder sehr schön noch dekorativ, geschweige denn sinnvoll. Warum braucht man sie überhaupt?”, fragt sich nicht nur Stephanie Rothe.

Nachdem sie aus den „Nachrichten” vom Schicksal ihrer Leidensgefährtin aus Herzogenrath erfahren hatte, meldete sich eine Frau aus Laurensberg, die justament einen Brief an die Stadt abgeschickt hatte. Darin schildert sie, wie es ihr ergangen ist - mit dem Hinweis, dass sie sich rechtlich beraten lassen werde.

Die 60-Jährige war am ersten Adventssamstag auf der Ursulinerstraße unterwegs, als sie eine Schaufensterauslage betrachten wollte. Den dicken Stein nicht sehend, stolperte sie und fiel hin - „wenn ich mich nicht geistesgegenwärtig abgestützt hätte, wäre ich mit dem Kopf aufgeschlagen”.

Die Folgen sind auch so übel: Der rechte Arm ist gebrochen, Prellungen gibt es en masse, „die Oberschenkel sind schwarz. Die umstehenden Leute haben sich vor Schreck die Hand vor den Mund gehalten”. Ihre Forderung: „Die Dinger gehören abgeschafft.”

„Ich bin täglich in der Innenstadt”, teilt ein Mann aus Vaals mit, „und habe zweimal beobachten, wie Passanten über diese Quader stürzten. In einem Fall gab es Hautabschürfungen, im zweiten Fall nur ein Erschrecken. Bei beiden Personen handelte es sich nicht um alte Leute oder Behinderte”. Er verstehe einfach nicht, weshalb die Stadt die 15 Quader „so vehement verteidigt”. Ähnlich äußerten sich weitere Anrufer, die Zeugen ähnlicher Begebnisse geworden waren.

Aufgrund der mittlerweile aktenkundigen Fälle denkt die Stadt nun doch darüber nach, wie die Situation entschärft werden kann. Stadtpressesprecher Axel Costard: „Wir haben die Sache im Blick, wir überlegen, ob Veränderungen herbeigeführt werden können”, auch im Rahmen „kurzfristiger Maßnahmen bei viel Betrieb”. Richtig sei, dass schon ein Quader entfernt worden sei, weil „er aus der Achse herausragte”.

Laut Stadt Aachen ist es nicht möglich, die jeweils 400 Kilo schweren Klötze nur für eine gewisse Zeit zu entfernen - entweder ganz oder gar nicht, heißt die Devise. Und noch ein anderes Problem hat die Verwaltung - da seien ja auch die vielen Leute, die Spaß an den Steinen hätten und gerne auf ihnen verschnauften. Costard: „Was sollen wir denen denn sagen?”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert