Studenten geht das Geld aus

Von: Werner Breuer
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Aachen. Die Miete muss bezahlt werden, Bücher sind anzuschaffen, und der Magen knurrt auch. Doch viele Studierende müssen derzeit Wochen auf ihr Bafög warten. Der Grund ist eine Antragsflut, die das Bafög-Amt beim Studentenwerk Aachen nicht mehr bewältigen kann.

Zum Beginn des Wintersemesters gebe es immer einen großen Andrang von Studierenden, die die finanzielle Hilfe beantragen würden, erklärt Rüdiger Karbowski, der stellvertretende Geschäftsführer des Studentenwerks Aachen. „Aber in diesem Ausmaß hatten wir das noch nicht.”

So seien im vergangenen Jahr 8700 Bafög-Anträge bearbeitet worden, diesmal seien es allerdings „deutlich mehr”. Was nicht weiter verwundert, denn in Aachen hat zu Semesterbeginn eine deutlich größere Zahl von jungen Leuten ein Studium begonnen. Karbowski führt das nicht zuletzt auf den Wegfall der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen und die Aussetzung der Wehrpflicht zurück. „Das sind Faktoren, die eine Rolle spielen.” Weil vielen jungen Männern die Bundeswehrzeit erspart bleibt, können sie mit dem Studium früher loslegen. Das mache immerhin zwei Semester aus, erklärt Karbowski.

Den ungewöhnlichen Andrang versuche das Studentenwerk nach Kräften zu bewältigen, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer. So habe es für die Mitarbeiter im Bafög-Bereich eine Urlaubssperre gegeben, die wegen der vielen Anträge nun im Dezember verlängert worden sei. Außerdem werde im Moment auch an den Wochenenden gearbeitet. „Wir wollen den jungen Leuten ja schließlich helfen”, betont Karbowski.

Dennoch stoße das Studentenwerk personell an seine Grenzen, zumal es unter den 20 Mitarbeitern des Bafög-Amtes auch immer wieder mal Krankheitsfälle gebe. „Deshalb kann es schon mal sein, dass es nicht rechtzeitig klappt”, räumt Karbowski ein. Dass ein Monat Verzögerung viele Studierende vor Probleme stellt, weiß auch er. „Die sind ja darauf angewiesen.” Den derzeitigen Antragsstau beim Studentenwerk bewertet der stellvertretende Geschäftsführer als „schwierige Situation für beide Seiten, vor allem aber für die Studierenden”. Für manche von ihnen „kann das bitter sein”.

Im Blick hat das Studentenwerk den Herbst 2013, wenn die richtig große Welle kommt. Dann strömen gleich zwei Abiturjahrgänge an die Hochschulen.
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