Streit unter Jugendlichen endete mit Messerstich

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wegen gefährlicher Körperverletzung hat am Montag die 1. Große Jugendkammer am Aachener Landgericht vier Jugendliche zu bis zu zwei Jahren Haft verurteilt, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl verhandelte in nicht-öffentlicher Sitzung, weil die angeklagten Jugendlichen, wie Gerichtssprecherin Richterin Daniela Krey mitteilte, erst 15 oder 16 Jahre alt waren.

Die ausgesprochene Jugendstrafen wurden ergänzt durch Auflagen, die dem Erziehungsgedanken des Jugendstrafrechts entstammen. So muss der Hauptangeklagte 150 Sozialstunden leisten und sich straffrei führen, bevor ihm die Bewährungsstrafe dann letztlich erlassen wird.

Das Delikt war erheblich. Versuchter Totschlag klagte die Staatsanwaltschaft an, weil einer der Jugendlichen bei einem Gruppenstreit sein Gegenüber schwer mit einem Messerstich verletzt hatte. Die weiteren „Mitstreiter” bekamen eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Tat wurde einen Tag vor Silvester, also am 30. Dezember 2011, auf der Peterstraße vor einer Spielhalle begangen. Nach den damaligen Erkenntnissen der Polizei gerieten vier Jugendliche mit einem anderen in Streit. Der am Montag zu zwei Jahren verurteilte Täter streckte sein Gegenüber dabei mit dem Messer nieder, zwei seiner Kumpel fingen dann an, auf das am Boden liegende Opfer einzutreten und einzuschlagen.

Tat sofort gestanden

Der Angriff mit dem Messer wurde nur dem einen Angeklagten zugerechnet, erklärte die Sprecherin. Ein weiterer erhielt eine Jugendstrafe von eineinhalb Jahren, was im Jugendstrafrecht bereits als eine erhebliche Sanktion anzusehen ist. Allgemein dürfen Jugendliche nicht zu Strafen über zehn Jahren verurteilt werden, auch nicht, wenn sie ein Opfer ermordet haben. Die Jugendlichen waren alle geständig, der Haupttäter war zunächst festgenommen worden.
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