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Streit um die Elisenbrunnen-Markise ist vorerst vertagt

Von: Wolfgang Schumacher
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Statt roter Sonnenschirme will
Statt roter Sonnenschirme will der Pächter des Cafés eine große Markise anbringen. Der Grund: nächtlicher Vandalismus. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Elisengarten ist ein schönes Fleckchen Erde geworden, besonders im Sommer tummeln sich hier die Leute. Zur hohen Aufenthaltsqualität hat zweifelsohne auch das neue Restaurant Elisenbrunnen beigetragen. Doch jetzt hängen der Pächter und die Stadt Aachen aneinander. Dabei geht es um eine Markise, die Geschäftsführer Jochen Zimmermann statt der vier jetzt dort stehenden, mächtigen roten Sonnenschirme installieren will.

Man mag sich erinnern: Im November 2011, also vor einem Jahr, gab es viel Ärger für die Verantwortlichen des Restaurants. Da hatten Handwerker bei dem Versuch, einen großen Dübel in den Boden vor der Terrasse einzubringen, die dort liegende Fernwärmeleitung angezapft. Plötzlich gab es einen aktiven Geysir im Elisengarten.

Der Dübel war für die jetzt vor Gericht verhandelte Markise gedacht, die von der Stadt und vor allem vom städtischen Planungsausschuss strikt abgelehnt wird, wie die Juristinnen des Rechtsamtes vor der 12. Zivilkammer dem Vorsitzenden Richter Uwe Meiendresch versicherten. Die Streitparteien trugen vehement ihre Argumente vor, so vehement, dass Richter Meiendresch zu Ausgleich und Kompromissbereitschaft mahnen musste.

Der vorgesehene Sonnenschutz, Kosten 70 000 Euro und bereits gekauft, verlangt mit einer frontalen Auslage von mehr als fünf Metern technisch nach seitlichen Stahlführungen. Genau diese seien geeignet, meinte die städtische Juristin, die offene Terrasse zu sehr „einzuhausen”. Das werde einen nicht hinnehmbaren „Abschottungseffekt” zum Park verursachen, was die politischen Akteure im Planungsausschuss genau so gesehen hätten.

Außerdem habe der Pächter damals genau die Schirme gewollt, die jetzt dort sind. Der Geschäftsführer mit Anwalt Carlo Soiron machte demgegenüber geltend, dass die Schirme zwar schön, aber in der Praxis schlecht handhabbar seien. Bei Wind müsse man sie schleunigst einholen, dabei müssten alle Gäste aufstehen, sehr lästig. Und nachts würden Unbekannte die Stoffe der zusammengeklappten Schirme aufschlitzen, der Vandalismus koste viel Geld.

Man sehe nicht ein, so Anwalt Soiron mit Blick auf die am Dienstag angelieferten Stahlträger der neuen Archäologischen Vitrine, dass dort andere Maßstäbe gelten sollten, man wolle die Markise haben, weil sie nachts einrollbar ist.

„Sie besitzen”, mahnte der Richter, „einen Vertrag bis 2028. Und das Wort Vertrag beinhaltet vertragen.” Also solle man besser nach einem Kompromiss suchen, die neue Lösung vielleicht ein Jahr lang probieren und dann entscheiden. Oder Varianten finden, etwa eine Drei-Meter-Markise und kleinere Schirme, der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt. Der Rechtsstreit wurde am Dienstag ausgesetzt, denn der Frühling ist noch weit. Dann wird als erster wieder der Planungsausschuss gefragt sein.
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