Aachen - Streit bei der Linken: Soll Horst Schnitzler entlassen werden?

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Streit bei der Linken: Soll Horst Schnitzler entlassen werden?

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Dass der eigene Fraktionsgeschäftsführer bei der Kommunalwahl am 30. August für die Konkurrenz antritt, hat bei der Linken keine große Begeisterung ausgelöst.

Einem etwaigen Rausschmiss aus der Partei ist Horst Schnitzler durch Austritt zuvorgekommen, umso strittiger ist jetzt, wie die Fraktion mit ihrem Angestellten Schnitzler umgehen soll - entlassen oder am Schreibtisch sitzen lassen. Die Meinungen sind durchaus geteilt.

So erklärte am Dienstag Fraktionsvorsitzender Marc Treude, er werde aus grundsätzlichen Gründen nicht den Arbeitgeber spielen und „eine Kündigung aussprechen”. Zumal es wenig Sinn mache, sich für einen Zeitraum von zwei Monaten noch auf die Suche nach einem neuen Geschäftsführer zu begeben (die Legislaturperiode endet im Oktober), und „in den Ferien eh wenig zu tun ist”.

Die exakte Gegenposition vertritt Treude-Stellvertreter Andreas Müller, der es sich schlechterdings nicht vorstellen kann, dass ab sofort die politische Konkurrenz mit am Tisch sitzen soll, wenn Strategien und Wahlkampfauftritte beredet würden. Im übrigen: „Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn jemand bei der Fraktion arbeitet und gleichzeitig Spitzenkandidat einer anderen Partei ist.”

Auch Parteivorsitzender Darius Dunker ist nicht allzu gut zu sprechen auf den Ex-Genossen Schnitzler, der aus dem Amt des Fraktionsgeschäftsführers heraus seine alte UWG lanciert habe, für die er nun als Spitzenkandidat antrete. „Nicht die feine Art” sei es auch gewesen, die Partei bis fast zur letzten Minute im Ungewissen zu lassen über seine Pläne - „es wäre schön gewesen, wenn wir etwas früher davon erfahren hätten”.

Treude und Müller wollen in den nächsten Tagen ein Gespräch mit Schnitzler führen, um den Gang der Dinge zu bereden. Gegenüber den „Nachrichten” hatte Horst Schnitzler bereits angedeutet, dass er an seinem Job als Fraktionsgeschäftsführer nicht kleben wolle.

Obwohl die UWG flächendeckend in allen Wahlbezirken antritt, geht Dunker nicht davon aus, dass die seinerzeit aus einer Bürgerinitiative entstandene Gruppierung (entstanden im Kampf gegen den Verkauf des Parkgeländes altes Klinikum) der Linken allzuviele Stimmen abspenstig machen wird - „die sind deutlich anders profiliert als wir”.
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