Straßensperren gegen Parkplatz-Sucher

Von: Werner Breuer
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„Einkaufen? Dann ins Parkhaus”: Die Anwohner Hubert Höland, Friedhelm und Monika Gerhards, Horst Schmitz und Friedrich Selle (von links) wollen nicht, dass Besucher der Aachen-Arkaden den knappen Parkraum in den umliegenden Straßen blockieren. Deshalb haben sie hier an der Mataréstraße eine Sperre errichtet. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Wir haben die Schnauze voll!” Auf Plakaten teilen die Nachbarn der Aachen-Arkaden jetzt Autofahrern mit, dass ihre Wagen in den umliegenden Straßen unerwünscht sind. Seit Dienstagmorgen kommen sie auch nicht mehr rein.

Mit Absperrgitter und Flatterband haben Anwohner die Zufahrt zur Mataréstraße verrammelt, auch den Bonifatiusweg haben sie dichtgemacht.

„Wir lassen nur Leute durchfahren, die hier wohnen oder zur Schule oder zur Kirche wollen”, sagt Friedrich Selle. Besucher oder Beschäftigte der Aachen-Arkaden hingegen müssen draußen bleiben. „Einkaufen? Dann ins Parkhaus” - so steht es auf den Pappschildern am Absperrgitter, und so erklären es Selle und seine Mitstreiter auch den Autofahrern, die Einlass begehren.

Gratis auf der Straße

Die haben auf den Parkdecks der Aachen-Arkaden in der Regel eine ziemlich freie Auswahl unter 836 Stellflächen. Die kostet allerdings: 80 Cent pro angefangene Stunde, ab der dritten sind es 1,50 Euro, das „Tagesmaximum” liegt bei 9 Euro.

„Bei uns vor der Haustür ist es gratis”, sagt Friedhelm Gerhards, „und deshalb ist immer alles zugeparkt.” Meist seien es die Autos von Beschäftigten des Einkaufszentrums, „die kommen morgens als Erste”. Wenn etwas später die Kundschaft anreise, sei der knappe Parkraum an Eisenbahnweg, Freunder Straße, Mataré- oder Zeppelinstraße meist schon belegt.

Ein bisschen kann Gerhards die Arkaden-Mitarbeiter auch verstehen. „Die wollen von ihrem Verdienst nicht gleich einen Teil direkt wieder fürs Parkhaus ausgeben.” Immerhin 57 Euro Monatsmiete sind für einen Stellplatz fällig. „Wir haben das ja schon gesenkt”, sagt Daniel Heinen vom Parkhausbetreiber Apcoa, „vorher waren es 75 Euro”. Vielleicht müssten die Preise noch weiter purzeln, meint Anwohner Gerhards, damit die Dauerparker von den umliegenden Straßen weg ins Parkhaus gelockt würden.

Sein Mitstreiter Josef Roos fürchtet derweil schon den Einzug des Gesundheitsamtes in die Aachen-Arkaden. „Die Mitarbeiter wollen sicher auch nicht ihre Autos im Parkhaus abstellen.” 46 Beschäftigte hat die Behörde, zudem ist nach Auskunft von Axel Costard vom städtischen Presseamt mit einigem Publikumsverkehr zu rechnen, „allein schon wegen der Schuluntersuchungen”.

Wie bugsiert man die Leute ins Parkhaus? Die Stadt könne da wenig tun, meint Costard, „wir können den Betreiber ja nicht zu niedrigeren Tarifen zwingen”. Theoretisch denkbar sei allerdings die Einrichtung einer Anwohnerparkzone in der Nachbarschaft der Arkaden. Deren Besucher könnten dann zwar auch einen Parkschein ziehen und ganz legal in den umliegenden Straßen parken. „Aber wenn es da Geld kostet, ist es als Alternative zum Parkhaus vielleicht nicht mehr so reizvoll.”
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