alemannia logo frei Teaser Freisteller

Straßenbahndepot: Der alte Industrie-Charme soll bleiben

Von: Martina Feldhaus
Letzte Aktualisierung:
5117194.jpg
Straßenbahndepot mit Charme: Die Halle an der Talstraße soll zum Stadtteilzentrum werden. Gestern stellten (v.l.) Karin Futterlieb, Projektbeauftragte bei der Stadt, Manfred Lennertz vom Gebäudemanagement, Architekt Achim Wolf und Dieter Begaß, Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung, das Projekt vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Noch ist recht viel Vorstellungskraft nötig, um zu erkennen, was aus dem ehemaligen Straßenbahndepot an der Talstraße einmal werden soll. Die große Halle mit Scheddach steht seit dem Auszug der Karnevalswagen im Oktober leer.

Drinnen ist es frisch. Alte Fliesen, dreckige Bodenplatten und graue Ziegelsteine bestimmen das Bild. Bauzäune und Flatterband begrenzen den Weg in die linken und rechten Flügel des Depots. An einigen Säulen hängen, als Provisorium, Leuchtstoffröhren.

Aber eins steht fest: Die über 2000 Quadratmeter große Halle, die 1928 gebaut wurde, hat Charme. „Und der soll beim Umbau erhalten bleiben“, erklärt Achim Wolf, Architekt beim Aachener Büro pbs. Gemeinsam mit Dieter Begaß, Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, und Manfred Lennertz vom Gebäudemanagement stellte er am Mittwoch beim Ortstermin an der Talstraße das Bau-Projekt „Kreativ-Depot“ vor. Wie berichtet, soll das alte Wartungsdepot für 9,4 Millionen Euro zu einem Stadtteilzentrum umgebaut werden, in dem sich elf Nutzer aus dem sozialen und kulturellen Bereich niederlassen.

Als Hauptmieter ist die OT Tal-straße vorgesehen, die auch jetzt schon das Gebäude nutzt. Während der Umbauphase werden die Jugendlichen und die Betreuer in Container außerhalb der Halle umziehen müssen, um später den hinteren Teil der Wagenhalle zu beziehen. Das Metalltor zur Eintrachtstraße hin soll verglast werden. Weitere Nutzer sind etwa das Stadtteilbüro und der Kinderschutzbund (siehe Box), die Etagen im angeschlossenen ehemaligen Verwaltungsgebäude bekommen. Unterm Scheddach finden Atelierhaus, Bleiberger Fabrik, Designmetropole und andere Platz.

Herzstück des neuen Kreativ-Depots wird ein offenes Veranstaltungsfoyer in der Mitte, das für Ausstellungen, Kleinkunst und mehr genutzt werden kann. Am Eingang wird es eine Gastronomie geben. Auch flexibel nutzbare Werkräume werden geschaffen. „Nutzer und Besucher sollen viele Möglichkeiten haben, ins Gespräch zu kommen und auch Kooperationen auf die Beine zu stellen“, erklärt Achim Wolf.

Deshalb haben er und sein Team darauf geachtet, kurze Wege zwischen den einzelnen Bereichen zu schaffen. Neue Treppen werden etwa eingezogen. Die sind auch nötig, weil in die Depothalle zusätzliche Decken eingezogen werden. So vergrößert sich die nutzbare Fläche auf knapp 7000 Quadratmeter.

Hip und schick wird es nicht

Doch trotz dieser Änderung gilt die Maxime: Möglichst viel alte Bausubstanz und damit den Charakter der Industriehalle erhalten. Dazu gehören zum Beispiel die Oberlichter, deren Glas erneuert wird. „Und auch die Schienen bleiben“, sagt Wolf. „Ebenso werden wir Abbruchkanten und das Mauerwerk teils im Ursprungszustand belassen.“ Hip und schick wird das Gebäude laut Achim Wolf nicht. Aber das war auch nie das Ziel – auch, weil die Kosten niedrig gehalten werden sollen.

Denn die künftigen Mieter bekommen die Räumlichkeiten an der Talstraße zu einem fairen Preis, wie Dieter Begaß erklärt. Sie müssen aber auch damit leben, dass die Halle nicht bis ins letzte Detail saniert wird. Auch Möbel und sonstige Einrichtung müssen mitgebracht werden. „Die Nutzer sollen sich die Räume nach und nach aneignen“, erklärt Wolf die Situation im Architektendeutsch.

Auf das Aneignen müssen Atelierhaus, Designmetropole, OT und Co. allerdings noch ein wenig warten. Denn von August 2013 bis Dezember 2014 wird zunächst das fünfgeschossige Verwaltungsgebäude saniert. Die Fördergelder von Land und EU sind bislang nur hierfür genehmigt. Der zweite Förderantrag für die Halle soll noch im Frühjahr gestellt werden. Mit einem Baubeginn rechnet die Stadt im April 2014. Ende 2015 soll dann alles fertig sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert