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Straßenbahn rollt auf Gummirädern

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Wenn Sie die Wilhelmstraße mit dem Fahrrad hinauffahren und zwei Busse vor sich haben, dann weiß man, was man hätte kaufen sollen: eine Gasmaske” - Willy Hünerbein, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Burtscheid, erntete große Zustimmung für diese Aussage, als er dieser Tage in die „Burtscheider Stube” geladen hatte.

Nachdem SPD-Ratsherr Norbert Plum zum Thema „Was ist das - der neue Campus der RWTH im Westviertel?” referiert hatte, stellte Hünerbein ein neues Nahverkehrssystem vor, das er im italienischen Padua entdeckt hat.

Cluster, Hightech, Letter of Intents - Plum hatte jede Menge englische Ausdrücke und viele Informationen rund um die geplanten Baugebiete im Gepäck. So soll das neue RWTH-Campus-Gebiet nach seiner Fertigstellung - etwa im Jahr 2020 - rund 10.000 neue Arbeitsplätze bringen. Rund 1,7 Milliarden Euro beträgt das gesamte Investitionsvolumen, das Gebiet erstreckt sich über 2,5 Quadratkilometer.

In drei Etappen soll der Campus entstehen. Für die einzelnen Cluster - Abschnitte innerhalb eines Gebiets, die sich mit einem bestimmten Forschungsthema befassen - sollen dabei zunächst Letter of Intents (Absichtserklärungen) unterzeichnet werden, dann wird Stück für Stück ausgebaut. Das große Ziel ist dabei, Marktführer in allen Bereichen nach Aachen zu locken.

Dass dieses Projekt nötig ist und für Aachen eine große Chance darstellt, darin waren sich die Besucher einig. Die größten Bedenken äußerten die Anwesenden zum Thema Verkehr. Schon jetzt seien die Straßen im Westviertel häufig überlastet, ein vernünftiges Verkehrskonzept sei somit nötig.

Nur eine Schiene

Und da kam Hünerbein ins Spiel - mit seiner Straßenbahn auf Gummirädern. Seit mehr als zwei Jahren fahren die Zweirichtungs-Gelenkfahrzeuge durch die italienische Stadt, die etwa so viele Einwohner hat wie Aachen.

Hünerbein erläuterte die Vorteile: „Diese Bahnen benötigen lediglich eine Schiene, stellen somit keine Gefahr für Radfahrer dar.” Zudem komme die Bahn ohne Stufen aus, was den Einstieg gerade für ältere und behinderte Menschen erleichtere. Das Fahrzeug kann Teilstrecken auch ohne Oberleitung fahren, läuft sehr geräuscharm und verursacht weniger Abgase.

Politik und die Aseag konnte Hünerbein bislang nicht überzeugen. Ihnen hat der Burtscheider AWO-Vorsitzende das Projekt, bei dem das neu entdeckte Fahrzeug das Campus-Gelände mit der Innenstadt verbinden soll, vorgestellt. „Die Aseag hat mir meine Unterlagen kommentarlos zurückgeschickt, und von einigen Politikern habe ich ebenfalls eine Absage erhalten”, sagt er.

Trotzdem will er weiter Werbung für die Straßenbahn auf Gummirädern machen. Erste Mitstreiter hat er bei seinem Vortrag in der Burtscheider Stube bereits gefunden.
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