Stollenprüfung auf dem Aachener Weihnachtsmarkt

Stollentester picken sich die Rosinen raus

Von: Nina Krüsmann
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Alles Geschmackssache: Die Stollenexperten Rainer Packbier (links) und Karl-Heinz Schmalz gaben wieder mal ihr Urteil über die Qualität der Aachener Stollen ab. Zur Freude der Weihnachtsmarktbesucher wurden auch im Probierstückchen verteilt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sieben Mal „Sehr gut“ mit 100 Punkten und 13 Mal „gut“ – das sind die stolzen Ergebnisse der diesjährigen Stollenprüfung der Bäcker- und Konditoren-Innung Regio Aachen. Optik und Geschmack sind die Hauptkriterien bei der Stollenprüfung auf der Bühne auf dem Aachener Weihnachtsmarkt.

Seit elf Jahren gibt es diese öffentliche Prüfung der köstlichen Backwaren mitten im Getümmel auf dem Katschhof. Auf der großen, von Printenmännern eingerahmten Bühne am Rathaus moderiert Heinz Klein, Obermeister der Bäcker-Innung, auf bekannt unterhaltsame Weise die Veranstaltung. Ein Stollen ist ein Kuchen aus schwerem Hefefeinteig, erklärt Klein, wertgebende Bestandteile sind Fett und Trockenfrüchte oder andere Füllungen wie etwa Marzipan oder Mohn.

Klein betont: „Marzipan ist eine rheinische Geschichte! Uns würde ohne die süße Zugabe etwas fehlen, aber woanders ist das gar kein Thema.“

Anonyme Prüfung

Kleins Kollege, Bäckermeister Rainer Packbier, und der neutrale Prüfer Karl-Heinz Schmalz verkosten derweil die verschiedenen Variationen der Stollen. Und sie verteilen jeweils Probierstückchen an die Besucher des Weihnachtsmarktes, die sich immer zahlreicher vor der Bühne versammeln. Da gibt es viel zu lernen in Sachen Backwerk. Die Stollen werden genauestens unter die Lupe genommen.

Alle Stollen werden anonym geprüft, jeder Stollen hat eine Nummer. Das alles dauert rund anderthalb Stunden. Die Zutaten, die Herstellungsverfahren und verschiedene andere Hintergründe kommen zur Sprache. Am Ende gibt es keine öffentliche Wertung. Ziel ist nicht, einen Sieger namentlich zu küren. Im Vordergrund steht die Wertschätzung der Waren und eine Form der Selbstkontrolle. Die Bäcker bekommen in Kürze die entsprechenden Urkunden und können diese in ihren Geschäften aushängen.

„Vieles ist Geschmackssache, ob man nun Marzipan mag oder nicht oder eher Mandelstollen bevorzugt“, hält Klein am Ende fest. Köstlich seien natürlich auch Stollen, in denen eingelegte Rumrosinen verarbeitet sind. Der Amarenastollen ist hierzulande eher unbekannt und gleicht daher einer exotischen Delikatesse in der Stollen-Familie. Vom Mini-Stollen als kleines Mitbringsel bis hin zum großen, unter der Haube gebackenen Meisterstollen mit Marzipan für eine ganze Großfamilie ist die Auswahl groß.

Und auch an der Frage, ob man nun noch ein Stück gute Butter auf sein Stück Stollen streicht, scheiden sich die Geister. Es zeigt sich: Der Stollen ist tatsächlich eine Wissenschaft für sich.

Im Rahmen der Stollenprüfung ehrte Ludwig Voß, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aachen, zwei Meisterjubilare für ihr 25-Jähriges. Guido Meisenberg gehört der Bäckerinnung an und arbeitet nach seiner Selbstständigkeit in Eschweiler mittlerweile in einem großen Aachener Betrieb. Manfred Zimmermann ist als Konditor in einer großen Aachener Konditorei für das „süße Handwerk“ zuständig. Beide erhielten vor historischer Altstadtkulisse den silbernen Meisterbrief.

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