Stinkende Räume sorgen für große Verunsicherung

Von: Achim Kaiser
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In der alten Baracke am Schneebergweg stinkt‘s. Mitte des nächsten Jahres wird das Gebäude abgerissen und mit dem Neubau auf der Fläche zwischen Klinikum und Gut Melaten begonnen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Eine Frau schlägt Alarm: Das sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) am Schneebergweg sei „chemisch kontaminiert“. Die Schadstoffbelastung sei zu hoch, sogar Mitarbeiterinnen seien deshalb chronisch erkrankt, schreibt sie in einem Brief an das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales in Düsseldorf. Das Klinikum weist die Anschuldigungen zurück.

Das Schreiben vermittelt den Eindruck einer „anonymen Anzeige“, die aber nicht an die Polizei gerichtet ist. Sie habe diese „Anzeige“ deshalb anonym gestellt, weil sie „als Patientenmutter nicht die weitere Behandlung ihres Kindes gefährden“ will. Außerdem, so formuliert sie weiter, „wären direkte Rückschlüsse auf die Mitarbeiterinnen möglich, die mir die entscheidenden Informationen gegeben haben“. In den vergangenen Monaten sei die Frau mehrmals mit ihrem Kind zur Behandlung im SPZ gewesen. „Nach jedem Termin musste ich direkt sämtliche Kleidungsstücke in die Wäsche gegeben, wir selbst mussten uns gründlich duschen.“ Grund sei ein „unerträglicher Chemie- und Schimmelgestank“ gewesen. Zwei Mal habe sie nach dem Aufenthalt in den Räumen „starke Reizungen in Augen und Rachen“ davon getragen.

Laut ihrer Darstellung sei der Sachverhalt allen Verantwortlichen bekannt, „aber wegen knapper Kassen und großer Raumnot werde versucht, das Problem bis zur Fertigstellung eines Neubaus auszusitzen“. Wenn sie das Thema auch nur „beiläufig“ bei einem Termin anspreche, „senkt sich die Stimme der Beteiligten und ein Klima der Arbeitsplatzangst ist förmlich mit den Händen zu greifen“. Ihre Folgerung: „Es scheint, als ginge derzeit das giftige Raumklima mit einem schlechten Arbeitsklima Hand in Hand.“

Untergebracht ist das SPZ ist in einem ehemaligen Bauleitungsgebäude aus dem Jahr 1970, das einer Baubaracke gleicht. Auch die betriebseigene Kindertagesstätte und der Personalrat verfügen dort über Räume. Öffentliche Klagen von diesen Seiten gibt es nicht, gleichwohl die Geruchsbelästigung ein Dauerthema ist. Umfangreich saniert wurde die Baracke im Jahr 2006. Auch Probleme mit Schimmel wurden beseitigt.

Das Unklinikum weist die von der Patientenmutter öffentlich erhobenen Vorwürfe zurück: „Sie sind sachlich nicht korrekt.“ Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Uniklinik habe bereits seit 2009 regelmäßig Raumluftmessungen im SPZ durchgeführt, erläutert Martin Brandstädter, Leiter der „Stabsstelle Unternehmenskommunikation“ am Uniklinikum: „Die Messungen ergaben sowohl qualitativ als auch quantitativ keine Auffälligkeiten der gemessenen Substanzen.“ Der „muffige Geruch“ sei erwiesenermaßen nicht gesundheitsgefährdend, so Brandstädter, konnte trotz verschiedener Maßnahmen aber nicht beseitigt werden.

„Das alte Gebäude gammelt seit Jahrzehnten vor sich hin“, sagte Peter Asché, Kaufmännischer Direktor und Vorstandsmitglied des Uniklinikums schon im Juni diesen Jahres. Eine neuerliche Sanierung mache keinen Sinn, die einzige Möglichkeit sei, neu zu bauen.

Mitte 2014 soll mit dem Neubau auf der Fläche zwischen dem Klinikgebäude und Gut Melaten begonnen werden. Acht Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung.

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