Aachen - Stillstand an der Schmuddelecke

Stillstand an der Schmuddelecke

Von: Gerald Eimer
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Hinterhoftristesse: Den täglich rund 2500 Fahrgästen am Bahnhof Rothe Erde bietet das Umfeld ein erbärmliches Bild. Das soll sich nach monatelanger Verspätung in diesem Jahr endlich ändern. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mit Verspätungen muss bei der Bahn ja eigentlich immer gerechnet werden. Wen also könnte es ernsthaft überraschen, dass es am Bahnhof Rothe Erde immer noch so aussieht, wie es aussieht? Eine schäbige Baustelle, die nun ins dritte Jahr geht und an der sich aktuell wenig tut.

Der Stillstand ist nur zum kleineren Teil den frostigen Temperaturen zuzuschreiben. Es hakt an vielen Stellen, erläutert Heike Ohlmann, die im Fachbereich Stadtentwicklung das Projekt koordiniert und mit der Bahn AG und deren Tochterfirmen ihre liebe Not hat.

Denn ob Brückenbauwerk, Fassade oder Vorplatz - stets hat sie mit einer anderen der ungezählten DB-Töchter zu tun und muss die richtigen Ansprechpartner finden. Nicht immer zeigen die das nötige Interesse am Bahnhof Rothe Erde.

Überhaupt scheint die Bahn der Ansicht zu sein, ihren Part abgearbeitet zu haben: Der Haltepunkt ist saniert, ein zweiter Zugang an der Robert-Koch-Straße ist geschaffen, die Wände sind gestrichen, ein Aufzug befördert die Fahrgäste zu den Gleisen. Hört sich gut an, ist aber aus Sicht der Stadt völlig unzureichend.

Lieblos und halbherzig nennt Heike Ohlmann das Vorgehen der Bahn, die viele gute Ideen aufzählen kann, die allesamt auf Ablehnung gestoßen sind: Etwa eine Gestaltung der Wände, die Graffiti-Schmierereien verhindern könnte, oder auch ein Café an der Vorderseite, aus dem wohl ebensowenig wird wie aus kleineren Geschäften in den Bahnbögen. „Die haben mit Gestaltung nix am Hut”, klagt sie. Nicht mal die verdreckte und mit Unkraut bewucherte Fassade wolle die Bahn reinigen.

Lösung abzusehen

Immerhin: In wesentlichen Punkten zeichnet sich langsam eine Lösung ab, so dass die Schmuddelecke im Ostviertel wohl doch noch im Laufe des Jahres halbwegs ansehnlich hergerichtet werden kann.

Hell, freundlich und sauber soll dann endlich auch die Unterführung Trierer Straße aussehen. Das Ende ekligen Taubendrecks und Gestanks erhoffen sich die Planer von einem neuen Taubenschlag in einem Bahnbogen. Die Tiere sollen dann nicht länger in der Brückenkonstruktion und den Bäumen hocken und den Boden versauen.

Auch die zur Innenstadt hin gerichtete Bahnhofsfassade soll nach monatelanger Verspätung in Kürze von der Stadt saniert werden. Die Pläne wurden jedoch deutlich abgespeckt, kleinere Geschäfte wird es dort nicht geben. Chancen bestehen jedoch, dass an der rückwärtigen Seite zur Robert-Koch-Straße ein Kiosk mit Fahrkartenverkauf eingerichtet wird, erläutert Ohlmann.

Sobald der Frost aus dem Boden raus ist, soll auch der Vorplatz an der Beverstraße einschließlich Parkplatz sowie der Bereich am Hinterausgang umgestaltet werden, sagt der dafür zuständige Projektleiter Robert Müllem. Baubeginn könnte im Februar sein, meint er, ein halbes Jahr später wäre dann alles fertig. Unter anderem wird dann auch die Bushaltestelle stadtauswärts ein Stückchen weiter hochgerückt sein und sich dann genau gegenüber von den Aachen-Arkaden befinden.

Zeitgleich zur Vorplatzumgestaltung wird sich Müllem auch um den Umbau des Reichswegs kümmern. Acht Monate Bauzeit sind dafür veranschlagt, so dass Ende 2009 wesentliche Vorhaben der Stadtteilernerung Aachen-Ost abgeschlossen sein werden.

Das nächste Millionenvorhaben ist allerdings schon geplant: Die Rheinnadel-Fabrik am Reichsweg soll zum „Haus der Identität und Integration” umgebaut werden und dem Stadtarchiv Platz bieten.
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