Stickoxid-Belastung an der Wilhelmstraße ist gesunken

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Verbesserte Aussichten: Die gemessenen Stickoxid-Werte an der Wilhelmstraße in Aachen sind erstmals unter die Grenze von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter gesunken. Foto: dpa

Aachen. Die Stickoxid-Werte an der Wilhelmstraße sind offenbar weiter gesunken. Nach vorläufigen Auswertungen des zuständigen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz lag die mittlere Stickstoffdioxid (NO2)-Belastung im vergangenen Jahr bei 49,5 Mikrogramm pro Kubikmeter und damit erstmals unter 50 Mikrogramm.

Dies teilte die Verwaltung am Dienstag den Umweltpolitikern mit. Sie fühlt sich dadurch auch in ihrer Luftreinhaltestrategie bestätigt. „Der Trend sinkender Stickoxid-Werte der zurückliegenden Jahre zeigt, dass Aachen mit den Großstädten, die das Thema ‚Umweltzone‘ in den Fokus gestellt hatten, mehr als gut mithalten kann“, sagte Gerhard Peschel vom städtischen Fachbereich Umwelt. Die Stickoxide gelten als wichtigster Umweltindikator für die verkehrsbedingte Belastung mit Luftschadstoffen.

Die Feinstaub-Werte sind an der Messstelle Wilhelmstraße im Jahr 2013 allerdings deutlich angestiegen. Das gilt für die Durchschnittsbelastung über das ganze Jahr hinweg, aber auch bei den Kurzzeitbelastungen. Diese Entwicklung führt das Landesamt auf die Großbaustelle am Kaiserplatz zurück. Feinstaub gehe zu 70 Prozent auf „nicht verkehrliche Emittenten“ zurück. Dazu gehören der Hausbrand in Wohnhäusern und Unternehmen, örtliche Baustellen oder auch an den Straßenrändern aufgewirbelte staubhaltige Luft. Die Fachleute gehen davon, dass nach Ende der Bauarbeiten auch die Feinstaubbelastung den derzeit günstigen Trend bestätigt.

„Die Aachen-Strategie ist voll aufgegangen“, ist Umweltdezernentin Gisela Nacken überzeugt. „Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir die Akzente an den richtigen Stellen gesetzt und konnten insbesondere den Umweltverbund sehr gut stärken“, teilte sie mit. Immer mehr Berufspendler nutzten Busse und Bahnen, immer mehr Kurzstrecken würden mit dem Fahrrad oder zu Fuß bewältigt, in Aachen werde immer umweltfreundlicher und effizienter geheizt, glaubt Nacken. „Und den Bundestrend, dass die Kraftfahrzeuge immer bessere Abgasstandards einhalten, nehmen wir einfach auch noch mit.“

Die Luftqualität gilt als wichtiger Indikator für die Lebensqualität in einer Stadt. Der Trend der letzten Jahre zeige, dass die Zahl der Aachener Bürger, die kritischen Luftschadstoffbelastungen ausgesetzt sind, signifikant zurückgegangen ist, teilte das Presseamt am Dienstag mit. Die von der Europäischen Union vorgegebenen Zielwerte sind allerdings noch nicht erreicht.

Anders als viele Umweltverbände, die nach wie vor stärkere Anstrengungen für die Luftreinhaltung in Aachen fordern, äußerte sich die Verwaltung am Dienstag zuversichtlich die EU-Vorgaben „in wenigen Jahren mit vereinten Kräften erreichen zu können“.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat angekündigt, die endgültige Auswertung sämtlicher Luftmessstationen in Nordrhein-Westfalen voraussichtlich im April oder Mai vorzulegen.

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