Steuerberaterin mit Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet

Von: Elisa Zander
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Städteregionsrat Helmut Etschenberg (l.) zeichnete Steuerberaterin Annette Wobbe für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik aus, daneben Ehemann Bernhard und Bürgermeister Björn Jansen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Es war das erste Mal, dass Städteregionsrat Helmut Etschenberg einer Frau die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verlieh. Noch etwas ungewohnt fand Etschenberg, dass er den Orden Annette Wobbe ans Revers heften durfte - und die Blumen diesmal an den Ehemann überreichte.

„Das bleibt hoffentlich nicht das letzte Mal”, freute sich der Städteregionsrat, der vom ehrenamtlichen Engagement der Wahl- Aachenerin sehr angetan war.

Annette Wobbe liebt ihren Beruf. So sehr, dass sie sich noch nach Feierabend im berufsständischen Bereich engagierte. Als Steuerberaterin betreibt sie mit ihrem Mann Bernhard, ebenfalls Steuerberater, ein Büro. Besonders wichtig war der 63-Jährigen jedoch stets der Berufsnachwuchs. So ist sie etwa seit 22 Jahren Mitglied des Prüfungsausschusses zum Steuerfachangestellten.

Dort erarbeitet sie unter anderem die Aufgabenentwürfe für Prüfungen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Zeit und ein starkes Rückgrat erfordert, wie auch der Präsident der Steuerberaterkammer Köln, Dieter Prinz, erläuterte. „Für die, die die Klausuren schreiben, sind die Aufgaben immer zu schwer. Doch diejenigen, die sie stellen, sagen, das sei alles zu leicht. Das ist ein schwieriger Spagat, den man auch nervlich aushalten muss.”

Bei der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen fühlt sich Annette Wobbe besonders wohl - etwa, wenn sie am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der Städteregion unterrichtete.

Großes Engagement zeigte Annette Wobbe auch für Frauen, die als Steuerberaterin oder -fachangestellte nach einer Familien-Auszeit in ihren alten Beruf zurückkehren wollen. So konzipierte sie einen Wiedereinstiegskurs. „So etwas hat unsere Gesellschaft gebraucht”, lobte Etschenberg.

„Das Ehrenamt ist notwendig für die Gesellschaft”, sagte Annette Wobbe und erinnerte sich, dass es einige Auszubildende gab, die auf ihren Rat hin den Beruf des Steuerberaters ergriffen hatten. „Ein schöneres Lob kann es nicht geben.” Dennoch war sie sprachlos, als sie von der Ehrung erfuhr. Doch damit ist für sie noch lange nicht Schluss. „Ich werde weitermachen, solange ich kann und meine Familie mich unterstützt.”
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