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Stets ein Kämpfer voller Leidenschaft

Von: Peter Langohr
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Nach 36 Jahren an der Spitze des Katholikenrats nahm Anton Meyer (Mitte) jetzt Abschied. Bei der Feier im Theater von links Bürgermeisterin Hilde Scheidt, Weihbischof Karl Reger, Regionaldekan Josef Voß und Bürgermeisterin Margrethe Schmeer. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Fast sein halbes Leben lang, nämlich 38 Jahre, war Anton Meyer Mitglied des Katholikenrats der Bistumsregion Aachen-Stadt, die letzten 36 Jahre auch dessen Vorsitzender. Da nun aber unwiderruflich Schluss ist und der 77-Jährige sein Amt in jüngere Hände übergibt, wurde im Spiegelfoyer des Theaters Aachen ein großes Abschiedsfest gefeiert.

Anton Meyer war in seinem ehrenamtlichen Engagement stets ein Grenzgänger, der sich nie scheute, die Begegnung oder den Schulterschluss mit außerkirchlichen Gruppierungen zu wagen, wenn es der Sache dienlich war - oft auch zum Missvergnügen der Amtskirche. Viele der Weggefährten aus den verschiedensten Organisationen waren gekommen, um Adieu zu sagen.

Zunächst ließ Gerd Mertens, Geschäftsführer des Katholikenrats, die Lebensstationen des Geehrten Revue passieren. In Gießen an der Lahn geboren, trat Anton Meyer 1955 in Aachen in den Polizeidienst ein, aus dem er 1989 verabschiedet wurde. Im Jahre 1970 wurde er Mitglied der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und wirkte lange Jahre als deren Bezirkssekretär. Dem Katholikenrat der Region Aachen-Stadt gehörte er seit 1972 an, zunächst als zweiter Vorsitzender, ehe er 1974 den Vorsitz übernahm, den er bis April, dem Ende der letzten Legislaturperiode, innehatte.

Regionaldekan Josef Voß würdigte das Lebenswerk Anton Meyers auch im Namen von Weihbischof Karl Reger. Er sei „ein Urgestein, ein leidenschaftlicher Kämpfer, ein sturer Unbeugsamer, ein Fels in der Brandung, ein solidarischer Bruder, ein Mensch, ein Christ”, der seine Motivation aus der Option für die Armen genommen habe, und zwar für alle armen Menschen also auch etwa für Flüchtlinge oder Arbeitslose.

Anton Meyer, so Voß weiter, sei ein Mensch mit viel Entschiedenheit und Feuer, mit der Leidenschaft für Menschen und das Leben, der Lust zu gestalten und der Kraft der Hoffnung auf Besserung der Verhältnisse. Daher sei er ungewöhnliche Koalitionen mit Gewerkschaften, mit Parteien oder mit Amnesty International eingegangen und habe sich mit der Organisation des Wanderkirchenasyls oder der Einrichtung der Beratungsstelle Donum Vitae auch auf kritisch beäugte Wege eingelassen.

Anton Meyer sei stets ein Verfechter der sozialen Daseinsvorsorge gewesen, was sich besonders bei seinem Einsatz im Bürgerbegehren gegen die Veräußerung der Wohnungsgesellschaft Gewoge im Jahre 2002 gezeigt habe.

Widerstand ausgehalten

Bürgermeisterin Margrethe Schmeer hob als Vertreterin der Stadt Aachen hervor, dass Anton Meyer ein durch die christliche Sozialethik motivierter gläubiger Mensch sei, der nicht bequem gewesen sei, aber immer Widerstand ausgehalten habe. Sie hoffe, dass er sich nur aus seinem Amt, aber nicht aus seinem Engagement verabschiede.

Die von der Pius-Celebration unter der Leitung von Rodrigo Bartsch musikalisch umrahmte Feierstunde endete mit einer Überraschung. Die „Kirchturmspitzen”, die Kabarett-Truppe der Pfarren St. Martinus und St. Heinrich aus Richterich bzw. Horbach, warfen einen satirischen, aber liebevollen Seitenblick auf das Engagement von Anton Meyer.
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