Aachen - Steinbrücks Blitzbesuch in Aachen

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Steinbrücks Blitzbesuch in Aachen

Von: chr
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Bei seinem Blitzbesuch hat sich Kanzlerkandidat Peer Steinbrück am Samstagvormittag noch Zeit für ein kurzes Bad in der Menge genommen. Foto: A. Herrmann

Aachen. Kurz und knackig: Am Samstagvormittag hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auf seiner Wahlkampftour Aachen einen einstündigen Blitzbesuch abgestattet. Auf dem Neumarkt im Frankenberger Viertel ging der 66-Jährige vor mehreren hundert Zuschauern und im Beisein unter anderem von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hart mit der schwarz-gelben Bundesregierung ins Gericht, der er Richtungs- und Tatenlosigkeit vorwarf.

Steinbrück setzte dem seine Vorstellung "von einem Land, in dem das sozial Gerechte mit dem wirtschaftlich Vernünftigen verbunden werden kann" entgegen und rief zur Teilnahme an der Bundestagswahl nächste Woche Sonntag auf: "Sie entscheiden, ob dieses Land aus dem Stillstand rauskommt", sagte er.

Auf eine knapp 20-minütige Rede folgte ein Frage-Antwort-Spiel mit dem Publikum, das bereits ein fester Bestandteil im SPD-Konzept für den Wahlkampf ist. Die Menschen fragten unter anderem nach den Plänen der SPD, um Alleinerziehende besser zu unterstützen (Steinbrück: "Sie sind von den Steuererhöhungsplänen der SPD nicht betroffen, aber ich werde Ihnen auch keine Steuererleichterungen versprechen"), nach einer möglichen rot-rot-grünen Koalition (der Steinbrück erneut eine Absage erteilte) oder nach den Plänen für Unternehmensabgaben (Steinbrück: "Es wird keine Veränderungen gegenüber dem jetzigen Zustand geben").

Wonach die Menschen Steinbrück nicht fragten, war das Stinkefinger-Foto auf dem Cover des Magazins der "Süddeutschen Zeitung", das am Vortag für viel Wirbel gesorgt hatte. Später von Journalisten darauf angesprochen, sagte Steinbrück: "Auch ein Wahlkampf kann gelegentlich ein lockeres Auftreten vertragen." Mit einer Umfrage konfrontiert, wonach das Foto bei den Menschen angeblich nicht gut ankomme, sagte er: "Ich kenne andere Umfragen, und da sieht das ganz anders aus."

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt hatte Steinbrück nach Aachen eingeladen, und der Kanzlerkandidat hatte offenbar trotz Termindrucks zugesagt: "Sie können sich vorstellen, was passiert wäre, wenn ich nicht nach Aachen gekommen wäre", sagte Steinbrück augenzwinkernd. "Ulla Schmidt hätte mir die Freundschaft aufgekündigt!"

Ministerpräsidentin Kraft trat am Mittag auch noch mal auf die Bühne am Neumarkt, machte aber zuvor einen kurzen Abstecher für einen Wahlkampfauftritt in Alsdorf. Steinbrück fuhr derweil weiter nach Saarbrücken.

Für Aufsehen sorgte am Samstag auch die Meldung, dass ein ehemaliger Top-Manager der Post den anonymen Erpresserbrief an Steinbrück und seine Frau geschrieben haben soll. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser Sache wegen des Verdachts auf Nötigung, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Demnach soll der Verdächtige gegenüber der Bonner Staatsanwaltschaft erklärt haben, er habe sich vor allem über Äußerungen von Steinbrück über die Ausbeutung von Geringverdienern geärgert. In dem anonymen Brief, der am 30. August verschickt worden war, ist der SPD-Kanzlerkandidat zum Rückzug aufgefordert worden. Anderenfalls drohten Enthüllungen über eine angeblich von Steinbrück Ende der Neunzigerjahre schwarz beschäftigte Haushaltshilfe. Steinbrück äußerte sich in Aachen mit Hinweis auf die staatsanwaltlichen Ermittlungen nicht zu der Sache.

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