Stefanie Faust „singt“ auf ihrem Instrument

Von: Martina Feldhaus
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Sie lebt ihren Traumberuf: Die 33-jährige Konzert-Flötistin Stefanie Faust ist seit sechs Jahren Mitglied des Aachener Sinfonieorchesters – und kommt beim Publikum gut an. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ihr erstes Konzert in Aachen wird Stefanie Faust nie vergessen. Das war 2006 auf dem Katschhof. Sie spielte mit dem Sinfonieorchester Musik aus dem Filmepos „Herr der Ringe“. Es war Hochsommer – und es regnete in Strömen. „Herzlich willkommen in Aachen“, scherzte ein Orchesterkollege. Und Faust, die Neue, war beeindruckt von den vielen tapferen Öchern: „Die saßen mitten im Regen, als ob nichts wäre.“

Seitdem hat die 33-jährige gebürtige Saarländerin die Wetter- resistenz der Aachener schon viele Male erlebt, zuletzt auf eindrucksvolle Weise bei den diesjährigen Kurpark-Classix, die von heftigen und langen Güssen heimgesucht wurden. Dort, aber auch bei unzähligen anderen Konzerten im Theater und im Eurogress hat sie in den vergangenen sechs Jahren mit ihrem Spiel auf der Querflöte – auch solo – das hiesige Publikum begeistert.

Noch am ersten Weihnachtsfeiertag war sie bei der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ zu hören, am 1. und 2. Januar tritt sie mit dem Aachener Sinfonieorchester bei den Neujahrskonzerten im Euro­gress auf. Gespielt werden Werke von Johann Strauss, Richard Wagner, Aaron Copland und anderen.

Viel Zeit zum Abschalten, Ausruhen und Durchatmen bleibt der jungen Konzert-Flötistin Faust zwischen den Tagen deshalb nicht. „Das macht aber nichts“, sagt sie gelassen. „Bei meinem Beruf ist es ganz normal zu arbeiten, wenn andere frei haben.“ Andererseits, und das weiß die 33-Jährige sehr zu schätzen, kann sie von ihrem Beruf auch etwas sagen, was wohl längst nicht alle können: Es ist ganz klar ihr Traumberuf. Und um den zu bekommen, braucht es zum einen – ganz klar – viel Talent. Zum anderen aber auch Glück. Denn feste Orchesterstellen sind in Deutschland rar. Umso ungewöhnlicher ist der ziemlich gradlinige Weg von Stefanie Faust. „Ich hatte mit 23 Jahren während meines Musikstudiums meine erste Stelle beim Sinfonieorchester in Nürnberg. Und drei Jahre später kam ich nach Aachen. Das ist genau so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Auch privat lief es für die sympathische Flötistin ziemlich rund. An ihrem neuen Arbeitsplatz lernte sie ihren heutigen Ehemann kennen, den Bassposaunisten Saman Maroofi. Und wie ist es, so eng mit dem eigenen Mann zusammenzuarbeiten? „Vor allem hat es viele Vorteile. Wir haben die gleichen Arbeitszeiten, und ich denke, wir haben ein großes Verständnis für den anderen, weil wir in der gleichen Situation sind.“

Gleicher Beruf, unterschiedliche Instrumente: Stefanie Faust entdeckte ihre Liebe zur Flöte, als ihre Uroma ihr dereinst die erste schenkte. „Ich bin sehr verwurzelt mit diesem Instrument. Der Klang der Flöte ist so unbeschwert, so leicht, einfach unvergleichlich. Ich finde, die Flöte zu spielen, ist eine Art zu singen auf dem Instrument.“

Was sich so leicht anhört, ist jedoch viel Arbeit. Faust muss als Musikerin nicht nur umsetzen, was der Dirigent vorgibt. Es geht darum, das Werk zu interpretieren. Auch mit der Zeit und der Biografie des Komponisten beschäftigt sich Faust, wenn sie sich auf ein Stück vorbereitet. Von Brahms etwa hat sie in ihrer zehnjährigen Karriere bereits sämtliche Sinfonien gespielt. Sie freut sich aber auch über zeitgenössische Stücke wie zum Beispiel die Oper „Superflumina“ von Salvatore Sciarrino, die heute Abend wieder im Aachener Theater zu sehen und zu hören ist.

Eine andere Möglichkeit zu hören, wie schön Stefanie Faust auf ihrer Querflöte „singen“ kann, gibt es am nächsten Dienstag und Mittwoch, bei besagten Neujahrskonzerten an der Monheimsallee. Beginn ist um 18 Uhr beziehungsweise 20 Uhr.

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