Aachen - Startschuss für Sanierung der Pfalzanlage

Startschuss für Sanierung der Pfalzanlage

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Der Katschhof wird als zentraler Verweilort der Route Charlemagne als erstes eine neue Toilettenanlage erhalten. 2010 startet ebenso der Umbau des Verwaltungsgebäudes. Foto: Harald Krömer

Aachen. Im Pfalzbezirk rund um Dom und Rathaus wird im Jahr 2010 baulich und gestalterisch die Post abgehen. Den ersten Schritt macht „in diesen Tagen”, wie der Bistumssprecher Josef Heinrichs am Dienstag bestätigte, die von Domkapitel und Bistum gemeinsam ausgedachte neue „Dom-Information” in der alten Poststelle des Bistums, einer der Hauptanlieger in der Papst-Johannes-Paul-II.-Straße direkt am Klosterplatz.

Planer der neuen Einrichtung schräg gegenüber der Domschatzkammer ist das Architekturbüro Hahn und Helten. Ulrich Hahn hatte bereits vor etwa einem Jahr im städtischen Planungsausschuss die Vorkehrungen der Kirche hinsichtlich des zu erwartenden Publikumsandrangs auf der neuen Route Charlemagne vorgestellt.

Nun soll zunächst „im Inneren des Gebäudes”, wie Bistumssprecher Heinrichs den „Nachrichten” erklärte, mit dem Umbau begonnen werden; erst dann geht es draußen mit der neuen Fassade, die ganz aus Glas sein wird, weiter.

Ticket-Shop und Vortragssaal

Hinter der Glasfassade werden neben einem Ticket-Shop (Domschatzkammer) ein Vortragssaal, Seminarräume sowie ein Aufenthaltsraum für die Stadtführer entstehen. Rund 900.000 Euro bewilligte kürzlich der Bund, um das Weltkulturerbe zu fördern, auch die Stadt ist wie bei der Domsanierung und der „Freiraumgestaltung” mit einem erklecklichen Eigenanteil im Boot.

Das Thema „Freiraumgestaltung Weltkulturerbe im Pfalzbereich” wird in der kommenden Woche, genauer am 14. Januar ab 17 Uhr, Thema in der ersten Planungsausschussitzung (Raum 170, Am Marschiertor) des Jahres sein. Hier soll der bereits in manchen Details wieder veränderte Entwurf des Düsseldorfer Büros Fritschi/Stahl/Baum abgesegnet werden. „Es wird beispielsweise nicht mehr an die etwas zu großen und dichten Kasten-Linden in der Ritter-Chorus-Straße gedacht”, erklärte Planungsamtschefin Christiane Gastmann den Änderungsbedarf.

Statt der wuchtigen Linden sollen nun „etwas lichtdurchlässigere” Baumarten aufgestellt werden. Auch im Bereich Katschhof selbst ist noch nicht alles völlig ausdiskutiert. So sieht Baudezernentin Gisela Nacken die Verlagerung von Karls Kräutergärtchen von der hinteren Ecke des Rathauses auf die für jedermann zugänglichen Beete rund um die Baumscheiben an der Katschhofseite der Krämerstraße sehr skeptisch: „Bei Veranstaltungen sind die Pflanzen arg gefährdet”, meinte sie mit großem Sinn fürs Machbare zu dem ansonsten hochgelobten Entwurf der Düsseldorfer.

Nacken wies direkt darauf hin, dass erst 2011 und 2012 die ganz großen Posten der Pfalzgestaltung anstehen, dies betrifft den Umbau der öffentlichen Räume Münsterplatz, den Katschhof mit seiner Verbindung über die Ritter-Chorus-Straße hin zum Klosterplatz und den Fischmarkt. Auch die neue Treppenanlage auf dem Katschhof hinauf zum Rathaus kann natürlich erst dann begonnen werden, wenn der noch 2010 beginnende Umbau des nebenstehenden Verwaltungsgebäudes (Kosten 13 Millionen Euro) zum Info-Zentrum der Route Charlemagne vorangeht. Zusätzlich reduzieren Veranstaltungen wie Domspringen, September-Special und Weihnachtsmarkt das Zeitfenster für den Katschhof.

Allerdings: 430.000 Euro von insgesamt 2,6 Millionen Euro aus dem KonjunkturpaketI kommen bereits 2010 zum Zuge. So soll die Toilettenanlage an der Ecke zum Standesamt barrierefrei modernisiert werden. Ein so genannter Spolienhof (überzählige Baureste- und -teile, Skulpturen und Schmucksteine) soll vor der Nordseite des Doms angelegt werden, so dass die Exponate vom Katschhof aus eingesehen werden können. Dazu soll dort noch im laufenden Jahr ein Archäologisches Fenster angelegt werden.

Eine anderes „Fenster” mit freiem Bürgerblick in die Römerzeit steht in der kommenden Woche ebenfalls zur Entscheidung an. Dann wird der Planungsausschuss den Zuschlag für die rund 600.000 Euro teure „Archäologische Vitrine” im neuen Elisengarten geben - die Fraktionen sind in dieser Geldangelegenheit überwiegend einig.
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